Papa stirbt Mama auch, Buchtipp

Buchtipp: Papa stirbt, Mama auch 5/5 (1)

Ein Buch, das uns alle betrifft: Maren Wursters zutiefst berührende Reflektion über Fürsorge und Übergriffigkeit, Krankheit und Tod – und die Suche nach der eigenen Geschichte.

Ein persönliches, in seiner Offenheit radikales, überraschend tröstliches Buch über den Abschied von den Eltern – und der literarische Versuch, die eigene Herkunft zu ergründen.

Der Vater liegt auf der Intensivstation, die demenzkranke Mutter wird in einem Pflegeheim betreut. Dazwischen steht die Tochter, selbst Mutter eines kleinen Kindes, und muss sich kümmern, weiß aber nicht, wie. Sie fängt an, sich zu erinnern: an ihre Kindheit, an das Ferienhaus in Spanien, aber auch an die Sucht des Vaters und die Unnahbarkeit der Mutter.

Und während sie das Leben der Eltern vom Moment des Sterbens aus erzählt, begreift sie nach und nach, was die beiden eigentlich für Menschen waren, was für ein Mensch sie selbst geworden ist.

Rezensionen

„Das Sterben der Eltern nutzt Wurster, um ihre Kindheit zu beschreiben, nicht um damit abzurechnen. Sie tastet sich zum eigenen Ich. Zu dem, woher man kommt und warum man so geworden ist. … Maren Wursters Schreiben ist eines, das bei sich angekommen ist. Ein Schreiben, was sich nur vor sich selbst verantworten muss, wie ein Kind, das groß geworden ist. Was für ein friedliches Buch der eigenen Identität gegenüber.“ Laura Ewert, ZEIT Online, 04.08.2021

„Maren Wurster nimmt uns nicht nur mit in ihr eigenes Abschiednehmen, ihr Buch führt wirklich in das Reich des modernen Sterbens …. Und sie zeigt, wie gut und menschlich, oder eben manchmal auch miserabel, es dort um die Menschlichkeit bestellt ist. Und das ist dieses Buch beides: politisch und privat, so sachlich wie poetisch, und bei aller Wut, bei allen Störgefühlen, es handelt auch immer vom großen Glück, von Liebe und Versöhnung.“ Gesa Ufer, RBB Radioeins, 29.07.2021

„Wurster trifft einen intimen Ton, der vorwurfs- und wertungsfrei ist, gleichzeitig durchlässig für die eigenen Empfindungen. … Mithilfe dieser ‚Archäologie des Verlusts‘ erforscht sie durch die Eltern sich selbst und das Abschiednehmen und findet eine Form, die der erlebten Überwältigung entspricht: im dichten Verweben der Zeitschichten, die sie nach wiederkehrenden Motiven durchsiebt, in erschütternd zärtlicher Präzision.“ Eva Behrendt, Die Tageszeitung, 02.12.2021

„Es ist kein Roman, sondern Erfahrungsbericht und biographische Erkundung, sehr verdichtet und mit literarischen Qualitäten. Ein hartes Buch mit viel Schicksal und Elend … Und es gibt auch tröstliche Passagen.“ Wolfgang Schneider, Tagesspiegel, 28.11.2021

„Bestürzend …. Eine literarische Konfrontationstherapie mit den größten Ängsten eines (erwachsenen) Kindes.“ Marlen Hobrack, Die Zeit, 02.09.2021

„’Papa stirbt, Mama auch‘ ist ein poetisches Pflegeprotokoll, eine schmerzhaft-schöne Sterbeprozessbeschreibung und ein großer Trost, das schwindende Leben in der Sprache festzuhalten, Schreiben als Zeugenschaft.“ Jan Brandt, Bücher Magazin, 17.01.2022

„Es ist kein Roman, sondern Erfahrungsbericht und biographische Erkundung, sehr verdichtet und mit literarischen Qualitäten. … Maren Wurster hat ein besonders eindringliches geschrieben, ein Buch, das nicht im Nachhinein vom Erlebten berichtet, sondern den Niedergang der Eltern und die eigenen Strapazen der Fürsorge begleitet. Das Schreiben und die reflektierende Distanz mögen der Autorin erst die Kraft gegeben haben, von der wir hier lesen.“ Wolfgang Schneider, SWR2, 16.01.2022

„Der schwierige Abschiedsweg, zugleich ein Plädoyer für die Fürsorgearbeit, ist mit den Reflexionen verschiedener Denker unterlegt und so feinfühlend offen erzählt, dass es Mut macht. Ihr Schreiben wird zur ‚Archäologie des Verlustes‘, die weit in die Familiengeschichte zurückreicht: hellwach, radikal und ungemein tröstlich.“ Bettina Hesse, WDR5, 07.08.2021

„‘Papa stirbt, Mama auch‘ ist ein aufwühlendes Buch, ein schönes, kein selbstgerechtes. Das Abrechnen und Abwiegen der Beziehung zu den Eltern ist immer auch ein Abrechnen und Abwiegen der Beziehung zu sich selbst.“ Lisa Schneider, ORF FM4, 02.08.2021

„In ‚Papa stirbt, Mama auch‘ erzählt Maren Wurster aufwühlend und persönlich von der Pflege der eigenen Eltern. … Maren Wurster gelingt ein Buch, das den Verfall zweier geliebter Angehöriger beschreibt und vielen Lesern trotzdem Trost spenden dürfte.“ Jana Zahner, Südwest Presse, 07.08.2021

„Wurster hat einen nüchternen Ton gewählt und einen sehr skrupulösen Zugang. Da wird alles in Zweifel gezogen, nichts beschönigt. Die Demenz ist brutal, nicht schrullig. Und dass sie den Vater der Mutter vorzieht, daraus macht Wurster kein Hehl. … Und gerade weil dieses Memoir ‚live‘ geschrieben ist, weil die Autorin beim Schreiben eben noch nicht wusste, ob etwa ihr Entschluss, die Eltern nach Berlin ins Pflegeheim zu holen, sich als schrecklicher Fehler erweisen würde, entfaltet der Text eine ruhige Kraft.“ Bettina Steiner, Die Presse, 13.08.2021

 

Über die Autorin und weitere Mitwirkende
Maren Wurster, geboren 1976, studierte Filmwissenschaften und Philosophie in Köln und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2017 erschien ihr Roman Das Fell. Sie erhielt mehrere Stipendien, zuletzt 2019 das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Mit Papa stirbt, Mama auch stand sie auf der Shortlist des Wortmeldungen-Literaturpreises 2021. Maren Wurster ist Teil des Autorinnen*kollektivs „Writing with CARE/ RAGE“. Sie lebt in Berlin und Gartow (Wendland).

 

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Buchcover: Papa stirbt, Mama auch

Papa stirbt Mama auch

  • Herausgeber: Hanser Berlin
  • Erscheinungstermin: 26. Juli 2021
  • 160 Seiten
  • ISBN: 978-3446271128
  • Autorin: Maren Wurster

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