lachende ältere Frau mit gelber VR Brille und gelben Kopfhörern

Smart Ageing: Wie Technologie das Altern revolutionieren kann

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben im Alter. Doch wie kann Technologie älteren Menschen wirklich helfen?

Lothar Dittmer und Renate Köcher von der Körber-Stiftung stellen in ihrer Studie „Uncover: Smart Ageing“ zentrale Fragen: Wie lässt sich ein gutes Leben im Alter mit digitalen Hilfsmitteln gestalten? Die Antwort liegt in der Kombination zweier Megatrends – der gesellschaftlichen Alterung und der rasanten technologischen Entwicklung. Ein Blick auf die Potenziale, Herausforderungen und Bedürfnisse der Generation 50plus.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Selbstbestimmung im Alter: Ältere Menschen wollen möglichst lange eigenständig leben und Technologien dabei aktiv nutzen.
  • Technikaffine Generation: Die Babyboomer, die bald in den Ruhestand treten, sind technikbegeistert und wollen, dass digitale Lösungen auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.
  • Herausforderungen: Trotz Offenheit gegenüber Technologien fühlen sich viele ältere Menschen bei der Nutzung überfordert und vermissen altersgerechte Angebote.
  • Chancen durch KI: Künstliche Intelligenz bietet enorme Potenziale, die besonders im Alltag und in der Pflege eine große Rolle spielen könnten.
  • Mitgestaltung erwünscht: Viele Ältere wollen aktiv an der Entwicklung neuer Technologien mitwirken, um sie altersfreundlicher zu machen.
lachende ältere Frau mit gelber VR Brille und gelben Kopfhörern
Smart Aging: Die Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten für ein erfülltes Leben im Alter (Foto AdobeStock @Sergio)

Was bedeutet “smartes Altern”

Die Alterung der Gesellschaft und die Digitalisierung zählen zu den Megatrends unserer Zeit. Immer mehr Menschen leben länger, und gleichzeitig verändert die technologische Revolution unseren Alltag rasant. Doch wie lassen sich diese beiden Trends miteinander verbinden? Die Studie “Uncover: Smart Ageing” widmet sich genau dieser Frage. Sie untersucht, wie moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Helfer älteren Menschen ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben ermöglichen können. Besonders die Generation der Babyboomer spielt hierbei eine Schlüsselrolle.

Welche Rolle spielt die Generation der Babyboomer?

Die Babyboomer, geboren zwischen 1955 und 1969, prägen den demografischen Wandel. Sie sind die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland und stehen kurz vor dem Rentenalter. Interessant ist: Diese Generation hat den digitalen Wandel von Beginn an miterlebt und möchte auch im Alter aktiv am technologischen Fortschritt teilhaben. Dabei steht für sie die Frage im Vordergrund: Wie kann Technologie ihren Alltag erleichtern und gleichzeitig ihre Eigenständigkeit bewahren?

Was sind die größten Herausforderungen?

Obwohl viele Ältere Technik gegenüber aufgeschlossen sind, gibt es auch Hürden. Ein zentrales Problem ist die Überforderung durch komplizierte Geräte und Anwendungen. Die Studie zeigt, dass vor allem Ältere über 70 weniger technikaffin sind und sich von der digitalen Welt oft ausgeschlossen fühlen. Zudem fehlt es an altersgerechten Angeboten, die leicht verständlich und einfach zu bedienen sind.

Welche Chancen bietet Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz (KI) wird in den nächsten Jahren immer präsenter sein. Für ältere Menschen kann sie in verschiedenen Bereichen des Alltags eine enorme Hilfe darstellen. Ob bei der Kommunikation, der medizinischen Versorgung oder der Unterstützung im Haushalt – KI bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Besonders viel Potenzial sieht die Studie in der Reduktion von Einsamkeit und in der Förderung sozialer Kontakte.

Wie können Ältere an der Technologieentwicklung teilnehmen?

Ein weiteres spannendes Ergebnis der Studie ist, dass viele Menschen ab 50 Jahren gerne aktiv an der Entwicklung neuer Technologien beteiligt wären. Sie möchten ihre eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse einbringen, um Produkte zu entwickeln, die besser auf ihre Lebensrealität abgestimmt sind. Vor allem technikbegeisterte „Silver Geeks“ – so nennt die Studie die offenste Gruppe unter den Befragten – sind bereit, sich intensiv mit technologischen Neuerungen auseinanderzusetzen.

Was wir aus der Studie lernen? Smart Ageing muss benutzerfreudlich sein!

Technologie und Digitalisierung bieten immense Chancen für ein gutes Leben im Alter, doch sie müssen auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sein. Während die Babyboomer bereit sind, diese Entwicklungen aktiv mitzugestalten, müssen technologische Lösungen benutzerfreundlicher werden, um eine breite Akzeptanz zu erreichen.

Die Zukunft des „smarten Alterns“ liegt in einer engen Zusammenarbeit zwischen Technikentwicklern und der älteren Generation. Sie wollen mitgestalten, und die Technologien von morgen können ihnen helfen, ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen – wenn sie richtig eingesetzt werden.

Die komplette Studie gibt es hier als Download.

War dieser Beitrag hilfreich? Hat er Ihnen gefallen?

Das könnte Sie auch interessieren:

Interview mit Jan-Peter Seevers: Sicher wohnen nicht nur im Alter – wie Strom- und Wasserzähler Leben retten können

Hausnotrufsystem 2.0? VELI nutzt unauffällig im Hintergrund vorhandene Strom- und Wasserzähler, um Stürze und Inaktivität zu erkennen.

Buchtipp: Wie Frauen länger leben. Das Geheimnis weiblicher Longevity

Warum werden Frauen älter als Männer? Was passiert im Körper während der Wechseljahre? Und was können wir konkret tun, um möglichst lange gesund zu bleiben?

Warum sind Hörgerät und Brille wichtig für die Demenzprävention?

Seh- und Hörschwäche gehören zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) zeigt, wie man frühzeitig gegensteuern kann.

Interview mit Anja Goerz: Dating 50plus und was dies mit Dessous, Dorsch, Desaster zu tun hat

Die Radiomoderatorin und Autorin Anja Goerz erzählte uns im Gespräch über Ihre Erlebnisse beim Online-Dating, von ihrem Buch und über ihren Neuanfang mit Mitte 50.

Wie nutze ich meinen Rollator sicher im Winter?

Der Rollator ist eine große Hilfe, um im Alltag mobil und unabhängig zu sein – auch im Winter. Mit den richtigen Vorkehrungen können Sie Ihr [...]

Private Krankenversicherung: Was tun bei einer Beitragserhöhung?

Die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung steigen. Was tun, wenn man die höheren Beiträge nicht mehr zahlen kann? Tipps von der Verbraucherzentrale NRW

Wie heizt man im Tiny House am besten?

Welche Heizung eignet sich am besten für ein Tiny House? Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lösungen …

Interview mit Jana Mrowetz: Neues Zuhause in Portugal? Modular wohnen statt klassischer Lebensmodelle.

Seniorendorf 2.0.? An der Algarve entsteht mit VERDEA ein modulares Wohnprojekt, das Co-Living, Clubhouse-Atmosphäre und Holzbau vereint. Perfekt auch für Menschen 50plus.

Buchtipp: Dessous, Dorsch, Desaster: Warum Dating mit 50+ keine Katastrophe sein muss

Anja Goerz erzählt schonungslos ehrlich und mit viel Humor von ihren Erfahrungen auf Dating-Plattformen. Mal absurd, mal berührend: Sie beleuchtet unterhaltsam die komplette Bandbreite des modernen Datings.

Interview mit Anna Schingen und Malte Schröder: So entsteht die Baugemeinschaft Jardin Hermsdorf für Menschen 50+

Das Haus ist zu groß, die Kinder sind raus, die Reiselust wächst: Wie lebt man ab 50plus selbstbestimmt, aber trotzdem in Gemeinschaft? Eine Berliner Baugemeinschaft zeigt, wie es geht.

Wenn das Haus zu groß wird: Entscheidungen, die das Leben im Alter leichter machen

Viele Menschen ab 60 spüren, dass ihr Zuhause nicht mehr so gut zu ihrem Alltag passt wie früher. Ist Verkauf, Teilverkauf oder Umbau die Lösung?

Wie verändert sich die Beziehung zu den Eltern über die Jahre?

Was passiert in der Eltern-Kind-Beziehung, wenn die Eltern älter werden? Wann beginnt der Prozess der Veränderung? Ein Erfahrungsbericht.