Frau 60+ mit weißen Haaren und rosa Pullover lacht in Kamera und hält rosa Sparschwein in den Händen

Warum die Rente meist nicht ausreicht: So wenig bleibt pro Monat übrig 5/5 (3)

Die gesetzliche Rente deckt für die meisten Menschen nicht den nötigen Lebensstandard im Alter. Erfahren Sie, wie viel am Ende wirklich übrig bleibt und wie Sie schon heute für ein entspanntes Leben im Ruhestand vorsorgen können.

Nach Abzügen bleibt den meisten Männern in Deutschland im Durchschnitt etwa 1.100 Euro netto und Frauen rund 750 Euro an Rente – kaum genug, um im Alter gut zu leben. Die gesetzliche Rente allein reicht bei vielen nicht mehr aus, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Daher ist es wichtig, rechtzeitig über zusätzliche Vorsorge nachzudenken und das eigene Zuhause für den Ruhestand vorzubereiten. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum die Rente so niedrig ausfällt und wie Sie sich für Ihren Lebensabend bestmöglich absichern können.

 

Das Wichtigste auf einen Blick:
Warum immer häufiger Altersarmut droht

  • Durchschnittlich verbleiben Männern etwa 1.100 Euro netto und Frauen rund 750 Euro netto an Rente.
  • Nur rund 2 % der Rentner erreichen die Maximalrente von etwa 3.200 Euro brutto.
    Abzüge durch Kranken- und Pflegeversicherung und ggf. Steuern mindern die Rente erheblich.
  • Das Rentenniveau sinkt weiter und wird bis 2037 voraussichtlich nur noch 45 % des Nettoeinkommens decken.
  • Frühzeitige Vorsorge und die Planung des Wohnens im Alter helfen, Engpässe zu vermeiden.
Frau 60+ mit weißen Haaren und rosa Pullover lacht in Kamera und hält rosa Sparschwein in den Händen
Nur wer rechtzeitig vorsorgt kann Altersarmut verhindern (Foto: AdobeStock von k. viktar)

Was bleibt wirklich von der Rente übrig?

Die durchschnittliche Rente liegt für Männer bei etwa 1.300 Euro brutto und für Frauen bei rund 850 Euro brutto. Doch hiervon gehen noch Abzüge ab, die die Rente deutlich schmälern. Nachdem Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie ggf. Steuern runtergerechnet sind, bleiben durchschnittlich etwa 1.100 Euro netto für Männer und rund 750 Euro für Frauen übrig.

Nur etwa 2 % der Rentner erreichen die sogenannte Maximalrente von etwa 3.200 Euro brutto monatlich, die nur dann möglich ist, wenn man 45 Jahre lang hohe Beiträge eingezahlt hat. Doch gerade heute gibt es viele Erwerbsunterbrechungen und berufliche Umwege, weshalb die meisten Menschen diese Maximalrente nicht erreichen.

Frauenhände einer älteren Person zählen Kleingeld
Altersarmut bedroht immer mehr ältere Menschen (Foto: AdobeStock von weyo)

Wie wirken sich die Abzüge auf Ihre Rente aus?

Die gesetzlichen Abzüge schmälern die monatliche Rente erheblich. So müssen Rentner folgende Beiträge leisten:

  • Krankenversicherung: Hier zahlen Rentner etwa 7,3 % der Rente plus den kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der derzeit im Schnitt 1,6 % beträgt.
  • Pflegeversicherung: Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt etwa 3,4 %, für Kinderlose rund 4 %.
  • Steuern: Auch Renten sind einkommenssteuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil steigt jährlich und beträgt für Neurentner 2023 bereits 83 %.

Diese Abzüge lassen eine Bruttorente von 1.300 Euro oft auf knapp über 1.100 Euro sinken, bei 850 Euro brutto für Frauen bleiben oft nur 750 Euro netto. Dies zeigt deutlich, dass die gesetzliche Rente alleine oft nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu sichern.

Warum sinkt das Rentenniveau?

Das Rentenniveau beschreibt den Anteil der Rente am letzten Nettoeinkommen und sinkt kontinuierlich: Während es heute noch bei knapp 48 % liegt, wird es bis 2037 voraussichtlich auf 45 % fallen. Konkret bedeutet das, dass nur etwa die Hälfte des bisherigen Einkommens im Alter über die gesetzliche Rente gedeckt wird. Wer also im Berufsleben rund 2.000 Euro netto verdiente, kann später lediglich 900 Euro Rente erwarten, wenn keine weiteren Einnahmen vorhanden sind.

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Wie können Sie Ihre Rente durch private Vorsorge aufstocken?

Um Lücken zu schließen, wird private Vorsorge unverzichtbar. Die gesetzliche Rente deckt bei den meisten nur etwa 61 % des Alterseinkommens ab. Hier sind einige Optionen, um das Alterseinkommen zu verbessern:

  • Private Rentenversicherungen: Verträge wie die Riester-Rente bieten staatliche Förderung und steuerliche Vorteile und können frühzeitig sinnvoll sein.
  • Sparpläne und Fonds: Langfristige Anlagen bieten gute Renditechancen und schaffen ein zusätzliches Polster für den Ruhestand.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Viele Arbeitgeber bieten Unterstützung durch die betriebliche Vorsorge – meist steuerlich günstig und eine sichere Zusatzquelle.

Warum ist die Wohnsituation im Alter so wichtig?

Das Wohnen im Alter spielt eine zentrale Rolle für Lebensqualität und finanzielle Belastungen. Für viele Rentner können steigende Mieten oder Erhaltungskosten für Eigentum eine große Belastung sein.
Frühzeitig zu überlegen, ob das eigene Zuhause altersgerecht und bezahlbar bleibt oder ein Wechsel in eine kleinere, barrierefreie Wohnung besser passt, hilft enorm bei der Planung.

Ein altersgerechtes, gut erreichbares Zuhause erhöht die Sicherheit und Lebensqualität.
Viele Menschen entscheiden sich, frühzeitig zu renovieren oder ein barrierefreies Zuhause zu finden, das im Alter flexibel genutzt werden kann.

Wie LIVVING Sie dabei unterstützen kann,

Bei LIVVING.de finden Sie hilfreiche Ratgeber und Ideen rund ums Thema Wohnenformen und Leben im Alter. Von der Finanzierung bis zur barrierefreien Umgestaltung erhalten Sie Tipps, wie Sie sich optimal auf Ihren Ruhestand vorbereiten können. Wer sich frühzeitig um die passende Wohnsituation und die finanzielle Absicherung kümmert, kann im Alter beruhigt und sicher leben.

 

Autorin: Claudia Mattheis

(Quelle Zahlen: Rentenversicherungsbericht 2023 Autor: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

Frau mit schulterlangem gelocktem braunem Haar, die einen dunklen Blazer und eine silberne Halskette trägt und in die Kamera lächelt.

Claudia Mattheis (Jahrgang 1966) bringt mit 30 Jahren Führungserfahrung als Geschäftsführerin einer Werbeagentur und Chefredakteurin von Print- und Online-Medien strategische Expertise und ein starkes Netzwerk mit. Diese Kombination bildet das Fundament für ihre Mission: LIVVING.de zur führenden deutschsprachigen Plattform für Wohnen & Leben 50plus zu entwickeln. Ihre Leidenschaft für zielgruppengerechte Kommunikation verbindet sie mit einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse der Generation 50plus. Als versierte Netzwerkerin schafft sie Verbindungen zwischen Partnern, die gemeinsam die Lebenswelt einer wachsenden demografischen Gruppe neu denken wollen. Mit ihrem Mann Siegbert Mattheis lebt sie in Berlin-Prenzlauer Berg.

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