Eine Patronus Notfalluhr am Handgelenk zeigt das Datum, die Uhrzeit, den Batteriestand und die Verbindungsstärke auf schwarzem Untergrund an.

Testbericht Patronus Uhr im Alltag. Wie gut ist die Notrufuhr wirklich?

Die Patronus Notfalluhr gilt als moderne Lösung für Personen, die einen unkomplizierten Notruf am Handgelenk suchen. Aber wie zuverlässig ist die Uhr? Wie lange hält der Akku? Und wie einfach funktioniert die Einrichtung? Wir haben sie getestet.

Eine Patronus Notfalluhr am Handgelenk zeigt das Datum, die Uhrzeit, den Batteriestand und die Verbindungsstärke auf schwarzem Untergrund an.
Cool und stylish © Siegbert Mattheis
Eine runde Smartwatch mit weißem Armband zeigt die Uhrzeit 12:54, das Datum 31. März und einen Batteriestand von 59 % an.
Nur zwei Knöpfe, der obere ist der Notruf-, der unter der Aktivierungsknopf © Siegbert Mattheis

Wir haben die Patronus Notfalluhr getestet

Die Patronus Notfalluhr ist kein automatischer Sturzmelder, der auf heftige Bewegungen, wie etwa einem Sturz reagiert und sich sofort mit einer Notrufzentrale verbindet. Das sei auch bewusst so gewollt, erklärt uns der Hersteller. Denn viele andere Sturzmelder würden viel zu sensibel reagieren. Manchmal sogar schon, wenn man nur das Handgelenk schüttelt, oder das Armband aufs Bett wirft. Und zu viele Fehlalarme würden dazu beitragen, dass man sich öfter scheut, das Armband zu tragen. Vor allem im Haus, wo aber wiederum die meisten Stürze passieren.

Ist ein Notrufarmband stigmatisierend?

Eine Notrufuhr zu tragen, sorgt zwar für mehr Sicherheit, ist aber für viele eher unangenehm oder es fühlt sich stigmatisierend an. Einigen Notrufarmbändern sieht man die Funktion sofort an; man fühlt sich dadurch unmittelbar als alt und gebrechlich angesehen.

Patronus Notrufuhr: Cool und stylish

Nicht so bei der Patronus Notfalluhr. Sie sieht cool und stylish aus, basiert auf einer Smartwatch. Aber im Notfall kann man den seitlich an der Uhr befindlichen Knopf drücken und wird sofort mit Angehörigen oder einer Rettungsstelle verbunden, ohne dass man umständlich eine Nummer suchen und anrufen muss.

Einfache Einrichtung und sofort funktionsbereit

Ein klarer Pluspunkt ist die unkomplizierte Inbetriebnahme. Sie war bereits teilweise aufgeladen geliefert. Die Anleitung war klar und die Uhr ließ sich innerhalb weniger Minuten aktivieren. Ein Test-Notruf funktionierte perfekt. Ich drückte den Knopf, sofort meldete sich am Ende eine Notrufzentrale, sie war klar und deutlich zu verstehen. Ich sagte (wie in der Anleitung beschrieben) „Hallo, das ist nur ein Testanruf“, die freundliche Stimme am anderen Ende bedankte sich lächelnd und legte aus. Soweit wunderbar und super einfach.

Notrufauslösung funktioniert zuverlässig

Der Notruf selbst funktioniert zuverlässig. Das Auslösen gelingt ohne Kraftaufwand oder komplexe Schritte. Die Reaktionskette springt an. Das ist die wichtigste Kernfunktion und eine der Stärken des Systems.

Bedienung wie eine klassische Armbanduhr

Im Alltag verhielt sich die Patronus Uhr weitgehend wie eine normale Uhr. Das Design ist bewusst reduziert. Kein unnötiger Schnick-Schnack, keine Menüs, keine zusätzlichen Funktionen. Die Uhrzeit und die Datumsangabe sind gut lesbar.

Dann aber zeigte die digitale Anzeige Schwächen. Die Ziffern leuchten manchmal auf, manchmal nicht. Ich musste mein Handgelenk mehrfach schütteln, damit die Anzeige wieder „aufwachte“. Das nervte, wenn ich einfach mal schnell nur die Uhrzeit wissen wollte.

Eine Patronus Notfalluhr zeigt "Akku jetzt laden" mit einem Symbol für einen niedrigen Batteriestand und einem weißen Band an, das auf einer Stoffoberfläche liegt.
Die Akkulaufzeit ist das größte Problem © Siegbert Mattheis
Eine Smartwatch mit weißem Armband liegt mit der Vorderseite nach unten neben einer runden weißen magnetischen Ladestation auf einer Holzoberfläche.
Etwas fummelig, die Ladepunkte zu treffen © Siegbert Mattheis

Akkulaufzeit und Laden im Praxistest

Die größte Schwachstelle zeigte sich allerdings bei der Akkulaufzeit und beim Aufladen selbst.

  • Die Akkulaufzeit liegt unter 24 Stunden! Das Laden dauert etwa 2 Stunden.
  • Das Ladekabel ist mit 55 cm extrem kurz (warum nur hat man daran gespart?) Das Kabel sollte ja auf jeden Fall locker von der nächsten Steckdose bis auf den Nachttisch reichen.
  • Die Uhr muss exakt auf zwei kleine Ladepunkte gesetzt werden, die dann (allerdings leider kaum spürbar) einrasten. Das gelingt nicht immer problemlos.

Gerade nachts, wenn man mal aufstehen muss, gibt es ein Problem: Entweder lasse ich die Uhr im Bett um, muss aber sicher sein, dass sie aufgeladen ist. Also müsste ich sie am Abend aufgeladen haben.
Oder ich ziehe sie nur dann um, wenn ich aufstehen muss. Dann ist es mühsam, sie danach wieder korrekt in die Ladepunkte zu fummeln.

Und gerade nachts auf dem Weg ins Bad passieren die meisten Stürze.

Eine Notrufuhr sollte mindestens einen bis zwei Tage durchhalten. Eine tägliche, zudem komplizierte Ladeprozedur ist ein Risiko. Wenn die Uhr im Ernstfall leer ist, verpufft der Sicherheitsgewinn.

Pro und Kontra der Patronus Notfalluhr

Pro

  • Einfache Aktivierung und Bedienung
  • Sofort funktionierender Test-Notruf
  • Reduziertes Bedienkonzept ohne Überforderung
  • Klassisches Uhrendesign

Kontra

  • Anzeige reagiert nicht immer
  • Sehr kurzes Ladekabel
  • Fummelige Kontakt-Ladeschale
  • Akkulaufzeit deutlich unter 24 Stunden
  • Risiko, dass die Uhr im Ernstfall nicht geladen ist

FAQ

Hier noch einmal die wichtigsten Fragen und Antworten aus unserem Test zusammengefasst:

Ist die Patronus Uhr einfach einzurichten?

Ja, die Ersteinrichtung ist sehr einfach. Die Uhr ist innerhalb weniger Minuten aktiviert. Ein Test-Notruf funktioniert sofort.

Wie zuverlässig ist der Notruf?

Die Notrufauslösung funktioniert stabil. Die Reaktionskette wird zuverlässig gestartet.

Wie lange hält der Akku der Patronus Uhr?

Die Akkulaufzeit liegt unter 24 Stunden. Das ist einer der größten Nachteile.

Wie schwierig ist das Laden der Uhr?

Der Ladevorgang ist umständlich. Das Kabel ist kurz. Die Uhr muss sehr exakt auf zwei Kontaktpunkte gesetzt werden. Das führt häufig zu Fehlversuchen.

Kann man die Patronus Uhr wie eine normale Armbanduhr tragen?

Ja. Sie trägt sich wie eine klassische Uhr. Die Anzeige reagiert jedoch nicht immer zuverlässig.

Ist die Patronus Notrufuhr wasserdicht?

Ja, bis zu einem Druck von 50 Metern, also kann man sie ohne Weiteres beim Duschen oder in der Badewanne tragen.

Eignet sich die Patronus Uhr für Menschen mit wenig Technikaffinität?

Bei der Einrichtung ja. Beim täglichen Laden eher nicht. Wer Motorik- oder Sehschwierigkeiten hat, wird beim Ladeprozess vermutlich Probleme bekommen.

Für wen ist die Uhr geeignet?

Für Nutzerinnen und Nutzer, die eine sehr einfache Notruflösung suchen und bereit sind, die Uhr täglich umständlich zu laden. Für Menschen, die eine langfristig einsatzbereite Notfalluhr benötigen, ist die kurze Akkulaufzeit ein kritischer Punkt.

Welches Zubehör wird mitgeliefert?

Die Lieferung umfasst:

  • Die Patronus-Uhr
  • Armband (in mehreren Farben wählbar)
  • SIM-Karte für deutschlandweite Notrufe (bereits integriert)
  • Induktive Ladestation
  • Bedienungsanleitung

Unser Fazit

Die Patronus Uhr ist eine benutzerfreundliche Notfall-Smartwatch mit einfacher Bedienung, die durch ihre Zuverlässigkeit überzeugt. Allerdings offenbaren sich bei der Handhabung und Akkulaufzeit deutliche Schwächen, die den Gesamteindruck trüben. Für eine breite Empfehlung müssen diese Probleme unbedingt behoben werden. Wir geben hier Bescheid, sobald wir davon erfahren.

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Siegbert Mattheis

Älterer Mann mit kurzem weißen Haar und Bart im Sonnenlicht.

Siegbert Mattheis (Jahrgang 1959) gründete nach seinen Studien Kommunikationsdesign, Philosophie, Psychologie, Wissenschaftstheorie und Kunstgeschichte eine bis heute erfolgreiche Kommunikationsagentur. Als Fachjournalist und Fotograf zählen gründliche Recherche und Detailtiefe zu seinen Leidenschaften. Er lebt mit seiner Frau Claudia Mattheis in Berlin Prenzlauer Berg.

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