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So möchte ich im Alter leben: Mit Digitalisierung den dritten Lebensabschnitt gestalten 5/5 (4)

Eine neue Studie zeigt, wie wir unseren Lebensabend gestalten wollen: Selbstbestimmung, familiäre Nähe und Technologie sind dabei die Schlüsselfaktoren für ein erfülltes Leben im Alter.

 

Der Lebensabend soll selbstbestimmt und sicher sein

Die VIVAI Software AG hat in Kooperation mit Kantar Telquest eine repräsentative Studie durchgeführt, um herauszufinden, wie Menschen in Deutschland im Alter leben möchten. Mit über 1.000 Befragten zeigt die Umfrage deutliche Trends: Selbstbestimmung, familiäre Nähe und Technologie sind die Schlüsselfaktoren für ein erfülltes Leben im dritten Lebensabschnitt. Dabei wird auch klar, wie stark Einkommen und Haushaltsgröße die Wohnpräferenzen beeinflussen.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick:

  • 88 % der Befragten möchten im Alter in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus leben.
  • Fast 60 % sehen das Mehrgenerationenhaus als attraktive Wohnform.
  • Mehr als 60 % sind bereit, digitale Assistenzsysteme zu nutzen, um länger selbstständig zu bleiben.
  • Frauen zeigen eine stärkere Präferenz für gemeinschaftliche Wohnformen wie Alten-WGs (47,4 %).
  • Einkommen und Haushaltsgröße haben einen großen Einfluss auf die Wohnwünsche.
Infografik, die das Gardia-Notfallarmband mit herkömmlichen Hausnotrufsystemen vergleicht und die Funktionen hervorhebt.
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Höheres Einkommen ermöglicht mehr Selbstbestimmung

Ein deutlicher Einflussfaktor auf die Wohnpräferenzen ist das Einkommen. Die Studie zeigt, dass Menschen mit höherem Einkommen deutlich häufiger das Leben im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung bevorzugen. 92,4 % der Befragten mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 3.500 Euro gaben an, dass sie im Alter zu Hause bleiben möchten. Zum Vergleich: Bei Personen mit einem Einkommen unter 1.500 Euro lag dieser Anteil bei 81,7 %.
Was zeigt uns das? Ein höheres Einkommen schafft finanzielle Spielräume, die es erlauben, das eigene Zuhause altersgerecht anzupassen oder Pflege- und Unterstützungsleistungen hinzuzuziehen. Menschen mit weniger Einkommen hingegen müssen häufiger auf betreutes Wohnen oder Pflegeeinrichtungen zurückgreifen, da die Mittel für eine eigenständige Lebensführung fehlen können.

Größere Haushalte fördern den Wunsch nach Gemeinschaft

Auch die Haushaltsgröße spielt eine entscheidende Rolle. In Haushalten mit vier oder mehr Personen ist der Wunsch nach einem Mehrgenerationenhaus besonders stark ausgeprägt. Hier bevorzugen 70,3 % der Befragten ein generationsübergreifendes Wohnmodell, das enge soziale Bindungen und gegenseitige Unterstützung bietet. Gleichzeitig leben Menschen in größeren Haushalten oft in einem sozialen Netzwerk, das im Alter wertvoll bleibt.
Im Gegensatz dazu ist der Wunsch, in der eigenen Wohnung zu bleiben, in Ein- oder Zwei-Personen-Haushalten am stärksten ausgeprägt. Für diese Menschen ist die gewohnte Umgebung ein zentraler Ankerpunkt. Die Studie zeigt hier, wie wichtig es ist, sowohl individuelle als auch gemeinschaftsorientierte Wohnformen anzubieten, die zu den jeweiligen Lebenssituationen passen.

Studie Wie würden Sie gerne im Alter leben?

Warum möchten die meisten Menschen zu Hause bleiben?

Der Wunsch nach einem Leben im vertrauten Zuhause steht bei der Mehrheit ganz oben auf der Liste. 88 % der Befragten gaben an, dass sie auch im Alter in ihrer Wohnung oder ihrem Haus bleiben möchten. Besonders deutlich wird dieser Wunsch bei Menschen mit einem höheren Einkommen: Rund 92 % derjenigen mit mehr als 3.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen bevorzugen diese Option. Das eigene Zuhause steht für Sicherheit, Vertrautheit und Unabhängigkeit – Werte, die im Alter noch wichtiger werden.

Welche Rolle spielt die Gemeinschaft im Alter?

Auch wenn die Mehrheit das Leben im eigenen Heim bevorzugt, bleibt Gemeinschaft ein zentraler Wunsch. Fast 60 % der Befragten finden die Idee eines Mehrgenerationenhauses attraktiv. Besonders bei Familien mit mehreren Personen im Haushalt ist der Wunsch nach generationsübergreifendem Wohnen besonders ausgeprägt.
Frauen zeigen dabei eine stärkere Neigung zu gemeinschaftlichen Wohnformen: 47,4 % der Frauen können sich das Leben in einer Alten-WG vorstellen, während dies nur für 39 % der Männer infrage kommt. Hier zeigt sich, dass Frauen oft stärker auf soziale Kontakte und Unterstützung setzen.

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Smarte Technik unterstützt ein selbstbestimmtes und sicheres Wohnen im Alter (Foto AdobeStock von Pixel-Shot)

Wie stehen ältere Menschen zur Digitalisierung?

Digitale Assistenzsysteme, die Sicherheit und Komfort bieten, stoßen auf eine breite Akzeptanz. Über 60 % der Befragten würden ein solches System nutzen, um länger selbstständig in ihrem Zuhause leben zu können.
Besonders jüngere Menschen sind technologieaffiner: In der Altersgruppe bis 29 Jahre liegt die Zustimmung bei rund 70 %. Doch auch bei den über 60-Jährigen zeigt sich eine beachtliche Offenheit von knapp 61 %.
Digitale Technologien könnten so die Lösung sein, um länger unabhängig zu bleiben. Sie bieten Sicherheit, unterstützen bei alltäglichen Aufgaben und schaffen ein Gefühl von Kontrolle – ein wichtiger Faktor, der gerade im Alter geschätzt wird.

Was können wir aus der Studie lernen?

Die Ergebnisse der Studie betonen drei zentrale Wünsche für das Leben im Alter:

  1. Selbstbestimmung: Die eigene Wohnung bleibt für die meisten Menschen das Nonplusultra.
  2. Gemeinschaft: Mehrgenerationenhäuser und Alten-WGs bieten soziale Nähe und gegenseitige Unterstützung.
  3. Technologie: Digitale Assistenzsysteme werden zunehmend als Möglichkeit gesehen, Sicherheit und Lebensqualität zu erhöhen.

Dr. Bettina Horster, Mitautorin der Studie, fasst es treffend zusammen: „Digitale Lösungen sind nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern eine echte Chance, das Altern positiv zu gestalten.“

 

Wie sieht die Zukunft vom Wohnen im Alter aus?

Die Ergebnisse der Studie liefern klare Handlungsimpulse für die Gestaltung der Altersvorsorge in Deutschland. Ein stärkerer Fokus auf barrierefreies Wohnen, innovative digitale Lösungen und Wohnkonzepte, die Gemeinschaft fördern, könnte nicht nur den Bedürfnissen der älteren Generation entsprechen, sondern auch den Pflegebereich entlasten.
Zugleich zeigt sie dass der technologische Fortschritt vor allem dann erfolgreich ist, wenn er auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen eingeht. Die Mischung aus Autonomie, sozialer Einbindung und technologischer Unterstützung könnte der Schlüssel zu einem erfüllten und selbstbestimmten Lebensabend sein.

Wer hat die Studie innitiert?

Die VIVAI Software AG, Dortmund. Das deutsche, familiengeführte Unternehmen engagiert sich seit Jahrzehnten erfolgreich mit digitalen Konzepten im europäischen Gesundheitswesen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Horster-Möller gilt als einer der führenden deutschen Chatbot-Experten und leitet im Unternehmen die Entwicklung. Die Vorständin Dr. Bettina Horster ist verantwortlich für das Business Development und Mitglied im Digitalbeirat des Landes Nordrhein-Westfalen sowie im für digitale Transformation bekannten Münchner Kreis.

Ihr Engagement für ältere und pflegebedürftige Menschen gab den Anstoß zur Entwicklung von VIVAIcare, ein digitales Assistenzsystem, das mit der Sprachassistentin „Vivi“ sowie Sensoren eine Komplettlösung für ältere und pflegebedürftige Menschen bietet, die gerne länger und autonom in den eigenen vier Wänden wohnen wollen.

 

LIVVING-Buchtipp: Dr. Bettina Horster ist außerdem eine der Autorinnen des Buches „Das Altersheim kann warten“.

 

 

Die Kurzstudie „So möchte ich im Alter leben – Mit Digitalisierung den dritten Lebensabschnitt gestalten“ ist hier kostenfrei abrufbar

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