Ein Mann in einem dunklen Hemd und eine Frau in einer schwarzen Jacke posieren nebeneinander vor einem grauen Hintergrund.

Interview mit Dr. Anja Erben & Daniel Heide: Private Bauherrin schafft Wohnraum fürs Alter 5/5 (3)

Von der Arztpraxis zum eigenen Projekt für betreutes Wohnen in Berlin: Wie eine Internistin mit Mut und Durchhaltevermögen dem Behördenwahnsinn trotzt.
Zu fit fürs Heim, zu unsicher für ein Leben allein: Viele ältere Menschen fallen in eine Versorgungslücke, die das deutsche Gesundheitssystem nur unzureichend schließt. Als Internistin in Berlin-Lichtenberg begegnete Dr. Anja Erben täglich solchen Fällen.
Eine Diabetikerin, die ihre Insulinspritzen nicht mehr sicher alleine bewältigen konnte, wurde zum Auslöser für ein außergewöhnliches Wohnprojekt: 2006 kaufte Dr. Anja Erben einen verfallenen DDR-Kindergarten und schuf 16 kleine Apartments für betreutes Wohnen. 2023 folgte das „Haus Irene“ mit 67 weiteren Wohneinheiten.
Daniel Heide ist Geschäftsführer der Häusliche Krankenpflege HKP Chickowsky GmbH. Er begleitet beide Projekte von Anfang an mit seinem ambulanten Pflegedienst rund um die Uhr, eng verzahnt mit der Hausleitung. Seine Pflege zeigt, dass gute Betreuung auch in einem wohnlichen, selbstbestimmten Rahmen möglich ist. Im Gespräch im LIVVING Podcast mit Claudia Mattheis sprechen beide über mutige Entscheidungen, familiäre Zusammenarbeit und darüber, wie altersgerechtes Wohnen neu gedacht werden kann.

Warum wir Dr. Anja Erben und Daniel Heide eingeladen haben

Weil sie zeigen, wie aus persönlichem Engagement ein Ort entstehen kann, der wirklich etwas verändert für das Altern, für die Pflege, für das Miteinander. Weil Dr. Anja Erben beweist, dass innovative Wohnformen auch gegen alle bürokratischen Widerstände möglich sind. Und weil Daniel Heide demonstriert, dass ambulante Pflege in alternativen Wohnformen einen echten Unterschied macht.

Die wichtigsten 5 Erkenntnisse aus dem Interview

  1. Betreutes Wohnen schließt eine Versorgungslücke:
    Menschen, die zu fit fürs Heim, aber zu unsicher für ein Leben allein sind, finden hier eine passgenaue Wohnform.
  2. Behördenwahnsinn ist Realität:
    Von explodierenden Wasserleitungen bis zu Spielplatz-Vorschriften an seniorengerechten Standorten ist der Weg zum eigenen Wohnprojekt oft unnötig steinig.
  3. Ambulante Pflege funktioniert rund um die Uhr:
    24-Stunden-Betreuung ohne Heimcharakter ist möglich, wenn Pflegedienst und Vermieter eng zusammenarbeiten.
  4. Familienunternehmen schaffen Vertrauen:
    Persönliche, kontinuierliche Betreuung und Begleitung bei Ämtern macht einen spürbaren Unterschied.
  5. Finanzierung bleibt die größte Hürde:
    Steigende Baukosten und Zinsen erschweren neue Projekte trotz wachsendem Bedarf.
Zwei Personen posieren für Kopfaufnahmen; die Frau links trägt einen roten Blazer, der Mann rechts ein dunkles Hemd.
Dr. Anja Erben und Daniel Heide

Von der Arztpraxis zum Bauprojekt: Eine persönliche Mission

Als eine Diabetikerin die Initialzündung wurde

“Der konkrete Anlass war eine Patientin in meiner Praxis”, erzählt Dr. Anja Erben. “Ich bin ja Diabetologin, die seit Jahren Insulin spritzen musste und das irgendwann nicht mehr so ganz sicher alleine zu Hause hinbekam.” Diese Begegnung brachte die Ärztin zum Nachdenken: “Wie doch relativ rüstige Rentner, die zu gut für ein Heim sind, untergebracht werden könnten, ein gutes Gefühl für das soziale Umfeld und die medizinische Versorgung zu haben.”

Durch Zufall fand sie eine Hauskrankenpflege, die bereits mehrere betreute Wohnprojekte versorgte. “Viel Glück und viel Zufall” führten dazu, dass gerade zu diesem Zeitpunkt zwei Grundstücke von der Stadt Berlin angeboten wurden. “So bin ich relativ blauäugig, aber mit viel Elan da reingeschlittert, hab das Grundstück gekauft”, beschreibt sie ihre Entscheidung.

Das Konzept: Mehr als nur ein Dach über dem Kopf

Autonomie mit sozialer Einbindung

“Betreutes Wohnen heißt, dass unsere Bewohner für mich Mieter sind”, erklärt Dr. Anja Erben das Grundprinzip. “Alle unsere Bewohner haben einen eigenen Mietvertrag, den sie auch jederzeit kündigen können, wie jede andere Wohnung überall in Deutschland.” Dazu kommen Gemeinschaftsbereiche: ein über 300 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum und ein parkähnlicher Garten.

Der entscheidende Punkt: “Ein völlig unabhängiger Vertragsteil ist die Hauskrankenpflege. Die Bewohner bei mir im Haus können sich ihre Hauskrankenpflege aussuchen.” Diese Trennung zwischen Wohnen und Pflege gewährleistet Wahlfreiheit. “Wir sind zwei völlig unterschiedliche Unternehmen. Ich Vermieter, Herr Heide Pflege.”

Ambulante Pflege rund um die Uhr: Ein funktionierendes System

Vom Astronautentraum zur Pflege

Daniel Heides Weg in die Pflege begann früh: “Meine liebe Großmutter war auch ehemals Frau Doktor, hatte eine eigene Praxis in Prenzlauer Berg. Wir haben damals alle zusammen mit Oma in Mitte gewohnt, in so einer Altbauwohnung zusammen. Und das hat mich halt früh geprägt.”
Bei 83 Wohneinheiten in beiden Häusern ist sein Team “wirklich 24 Stunden vor Ort als Pflegedienst”. Das System funktioniert: “Selbst mit höchstem Pflegegrad leben die Patienten bei uns. Bis zu ihrem bitteren Ende. Sie müssen nicht umziehen in ein Pflegeheim.”

Das Buch: “Bauen ist nichts für Feiglinge”

Realitätsferne Bürokratie dokumentiert

Der Weg zum “Haus Irene” war so frustrierend, dass Dr. Anja Erben darüber ein Buch schrieb. “Als dann nach Fertigstellung dann doch die Abwasserleitung explodierte, habe ich gesagt, jetzt ist es genug. Jetzt musst du das aufschreiben.”
Ihr Fazit: “Das ist Realität, da drin steht. Die Tatsachen sind so passiert. Es ist also nicht schlimmer gemacht als es war. Vielleicht sogar eher noch das eine oder andere weggelassen.”
Die Kritik gilt der starren Behördenmentalität: “Die sind so starr in ihrem Denken, dass es immer schön der Reihe nach geht”, egal ob Einfamilienhaus oder 67 Sozialwohnungen.
Ein besonders absurdes Beispiel: “Ein Spielplatz im Altenheim oder im betreuten Wohnen. Mein Gott, wer klettert denn von den alten Leuten auf dem Klettergerüst oder buddelt im Sandkasten? Das ist da so weit von der Realität entfernt.”

Familienunternehmen mit sozialer Mission

Wenn der Sohn das Erbe antritt

Heute leitet Dr. Anja Erbens Sohn Robert das Haus, eine Übergabe mit symbolischem Wert. “Mir bedeutet das sehr viel und übrigens auch den vielen, die uns anfragen nach Wohnraum, dass wir ein Familienunternehmen sind.” Der Sozialarbeiter kämpft für die Bewohner, besonders bei Behördengängen: “Ohne dieses persönliche Engagement wäre es wirklich schwierig”, betont Daniel Heide.

Das zeigt sich auch bei besonderen Fällen: Drei schwerverletzte ukrainische Soldaten fanden Aufnahme. “Das ist mir doch eine Herzenssache”, erklärt Dr. Anja Erben. Die Häusernamen Anna (nach der Großmutter) und Irene (nach der Mutter) sowie ein großes Wandbild mit vier Generationen der Familie unterstreichen den familiären Charakter.

Die Bewohner: Vielfalt im hohen Alter

Von 80 bis über 90 und drei junge Kriegsopfer

“Klar ist unser Altersdurchschnitt weit über 70”, beschreibt Dr. Anja Erben ihre Mieterschaft. “Da ziehen Leute ein, die über 90 sind und da wo man denkt, die sind aber noch gut drauf.” Ausnahmen bestätigen die Regel: “Wir haben allerdings auch drei ukrainische Soldaten, die im Krieg schwerst verletzt worden sind. Die sind natürlich jung. Die sind um die 40, 50 maximal.”

Der Weg ins betreute Wohnen ist unterschiedlich: “Der eine Teil kommt aus der Häuslichkeit, wo entweder der Bewohner selbst merkt, es geht nicht mehr. Aber der größte Teil sind Angehörige, die uns ansprechen und sagen, wir kriegen das mit der Pflege selbst nicht mehr hin.”

Drei Personen stehen vor einem Gebäude mit der Aufschrift Haus Irene und gelben und grauen Außenwänden.
Betreutes Wohnen in Familienhand: Sohn Robert leitet das "Haus Irene", benannt nach seiner Großmutter. Mutter Anja und ihr Mann sind die Bauherren.

Finanzierungsrealität: Zwischen sozialem Anspruch und Wirtschaftlichkeit

Steigende Kosten gefährden neue Projekte

Dr. Anja Erben spricht offen über die finanziellen Herausforderungen: “Die Baukosten sind von 2010 bis 2022, also genau da, wo wir gebaut haben, um 64 Prozent gestiegen.” Nur durch das bereits vorhandene Grundstück, Energiesparhaus-Standard mit KfW-Förderung und einen Kredit zur Niedrigzinszeit waren sozialverträgliche Mieten möglich.

“Ich bin auf 30 Jahre hoch verschuldet bei einer Bank. Das muss man ja alles dazusehen. Ich hatte ja die Millionen nicht irgendwo im Sofakissen.” Ihre Kritik gilt unrealistischen politischen Forderungen: “Dann sagen, steck mal da die Million rein, aber nimm keine Miete. Das geht nicht.”

Die größte Hürde: Behördenwahnsinn und Bürokratie

Wenn das Sozialamt Verantwortung abschiebt

Besonders frustrierend sind die bürokratischen Hürden bei Neuaufnahmen.
Daniel Heide ergänzt: “Da hängt es entweder von dieser Abteilung oder den einzelnen Mitarbeitern ab, die da wirklich Pflegebedürftigen Steine in den Weg legen.” Ohne das persönliche Engagement würden viele gar nicht erst einziehen können: “Die würden dann in der ursprünglichen Häuslichkeit massiv unterversorgt werden, wenn nicht sogar Schlimmeres.”

 

Zukunftsperspektiven: Wachsender Bedarf, schwierige Rahmenbedingungen

Trotz aller Schwierigkeiten sieht Dr. Anja Erben weiterhin Bedarf für betreutes Wohnen. Ihr Sohn möchte expandieren, sie ist zurückhaltender: “Mit den heutigen Bauzinsen wäre es gar nicht mehr machbar bei einer Bank. Ich könnte diese Sozialmietenstandards gar nicht halten.” Die Baukosten sind seit 2020 nochmals um 40 Prozent gestiegen.

Dennoch wird mit dem Architekten über ein neues Projekt in Brandenburg diskutiert. “Der ist halt ein bisschen jünger, der hat noch mehr Energie”, schmunzelt Dr. Anja Erben über ihren Sohn.

Eine mit einem Wandgemälde bemalte Gebäudefassade, auf der zwei ältere Menschen auf einem Weg durch einen Park spazieren gehen.
Erinnerung an die Eltern von Dr. Anja Erben: Wandbild am Haus Irene
Dreistöckiges Wohnhaus mit gelben und grauen Wänden, roten Akzenten und einem kleinen Vorgarten.
Farbige Fassade: Das Haus Irene bietet 83 Wohneinheiten für das Betreute Wohnen in Berlin Lichtenberg

Age in Place: Wie beide selbst altern möchten

Die eigene Wohnform als Lebensentwurf

Beide würden selbst in betreutes Wohnen ziehen. “Ich kann alles, ich muss gar nichts. Ich kann mir Leistungen modular zusammenstellen. Wenn ich die Tür aufmache, wäre da jemand”, beschreibt Daniel Heide das Konzept.

Dr. Anja Erben plant konkret: “Ich würde in den Rosenfelder Ring 23 ziehen” und will bewusst nicht zur Last für ihre Familie werden. “Ich will ja noch eine Weile hier bleiben, haben ihre eigenen Familien und die sollen sie leben. Und wenn sie mich dann alle vier Wochen mal besuchen, ist das auch schön. Weil in so einem betreuten Wohnen ist man nicht allein.”

Warum Sie dieses Podcast-Interview hören sollten?

Weil Dr. Anja Erben und Daniel Heide beweisen, dass betreutes Wohnen eine der idealsten Wohnformen im Alter sein kann: autark sein, aber nicht allein, Unterstützung haben ohne Zwang, Selbstständigkeit gefördert bekommen.

Weil sie zeigen, dass es Menschen mit Mut und Durchhaltevermögen braucht, die trotz Behördenwahnsinn und finanzieller Risiken solche Projekte möglich machen.

Ihre Botschaft ist klar: “Mit viel Energie und dem nötigen Galgenhumor und der Berliner Schnauze wird ja alles gut.” Am Ende ist alles gut geworden, auch wenn der Weg steiniger war als nötig.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Dr. Anja Erbens Buch “Bauen ist nichts für Feiglinge”



Webseite Haus Irene Betreutes Wohnen

Häusliche Krankenpflege HKP Chickowsky GmbH

Buchtipp: Buchcover mit Kränen, Gerüsten und fettgedrucktem deutschen Text - Bauen ist nichts für Feiglinge! von Anja Erben.

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Interview mit Anja Erben und Daniel Heide

Claudia Mattheis: Herzlich willkommen in meinem LIVVING Podcast Studio, liebe Anja Erben, lieber Daniel Heide. Warum ich Sie eingeladen habe? Weil Sie beide zeigen, wie aus persönlichem Engagement ein Ort entstehen kann, der wirklich etwas verändert, für das Altern, für die Pflege, für das Miteinander.
Frau Dr. Erben, Sie waren viele Jahre als Internistin in Berlin-Lichtenberg tätig, als Sie 2006 das Gefühl nicht mehr loswurden: Viele ältere Menschen passen in kein gängiges Versorgungssystem, zu fit fürs Heim, zu unsicher für ein Leben allein. Ihr Entschluss: Eine eigene Wohnform muss her.
Sie kauften einen verfallenen DDR-Kindergarten, sanierten ihn liebevoll und gründeten eine kleine Einrichtung für betreutes Wohnen. Diese war so beliebt, dass mit dem wachsenden Bedarf der Plan reifte, direkt nebenan neu zu bauen. 2023 wurde das „Haus Irene“ eröffnet. Der Weg dahin war so schwierig, dass Sie darüber jetzt ein Buch geschrieben haben: „Bauen ist nichts für Feiglinge“. Warum Sie das meinen, klären wir gleich im Gespräch.
Und Sie, Herr Heide, begleiten das Wohnprojekt mit Ihrem ambulanten Pflegedienst, rund um die Uhr, eng verzahnt mit der Hausleitung. Ihre Pflege ist präsent, verlässlich und zeigt, dass gute Betreuung auch in einem wohnlichen, selbstbestimmten Rahmen möglich ist.
Ich freue mich sehr auf unser Gespräch über mutige Entscheidungen, familiäre Zusammenarbeit und darüber, wie altersgerechtes Wohnen neu gedacht werden kann. Und vielleicht macht Ihre Geschichte trotz aller Schwierigkeiten auch anderen Menschen Mut, selbst aktiv zu werden. Denn gute Wohnorte fürs Alter entstehen nicht von allein, sie brauchen Menschen wie Sie, die sie möglich machen.
Das war jetzt ein sehr langes Intro, aber Sie sind ja auch zu zweit. Hallo, Sie beiden. Liebe Frau Dr. Erben.

Anja Erben: Hallo!

Daniel Heide: Hallo!

Claudia Mattheis: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Projekt für betreutes Wohnen zu bauen? Was war Ihr Antrieb und was war der konkrete Anlass?

Anja Erben: Der konkrete Anlass war eine Patientin in meiner Praxis. Ich bin Diabetologin. Sie musste seit Jahren Insulin spritzen und bekam das irgendwann nicht mehr sicher allein hin. Da habe ich angefangen nachzudenken, wie relativ rüstige Rentner, die zu gut für ein Heim sind, untergebracht werden könnten, mit einem guten Gefühl für das soziale Umfeld und die medizinische Versorgung.
Damals bin ich auf die Suche gegangen und habe durch Zufall eine Hauskrankenpflege gefunden, die so etwas bereits durchführte und mehrere betreute Wohnformen versorgte. So kamen wir ins Gespräch. Dann war viel Glück und Zufall im Spiel: Der Besitzer bekam von der Stadt Berlin zwei Grundstücke angeboten, wollte aber eigentlich nicht beide haben. So bin ich relativ blauäugig, aber mit viel Elan hineingeschlittert, habe das Grundstück gekauft, den Kindergarten ausgebaut und 16 kleine Einzimmer-Appartements daraus gemacht. Ab 2006 habe ich dieses betreute Wohnen betrieben.
Die Apartments waren immer voll belegt. Die Zusammenarbeit mit der Hauskrankenpflege funktioniert bis heute fantastisch. Insofern sind wir glücklich und zufrieden, dass wir diese Wohnform gefunden haben und sie leben.

Claudia Mattheis: Und da kam dann auch schon relativ früh Herr Heide mit seinem ambulanten Pflegedienst ins Spiel. Bevor wir über Ihre Arbeit sprechen: Was hat Sie persönlich in die Pflege geführt? Was motiviert Sie, einen eigenen Pflegedienst zu leiten?

Daniel Heide: Ganz ehrlich: Wenn man klein ist, will man Astronaut oder Feuerwehrmann werden. Aber meine liebe Großmutter war Ärztin, hatte eine eigene Praxis im Prenzlauer Berg. Wir haben damals alle zusammen mit Oma in Mitte in einer Altbauwohnung gewohnt. Das hat mich früh geprägt. Deswegen fiel es mir irgendwann gar nicht schwer, diese Richtung einzuschlagen.

Claudia Mattheis: Also statt Astronaut in die Pflege. Und gesellschaftlich vermutlich relevanter. Wie haben Sie beide eigentlich zusammengefunden?

Anja Erben: Ich habe damals den damaligen Leiter der Hauskrankenpflege kennengelernt. Er hat sie später abgegeben. Herr Heide war schon viele Jahre zuvor dort tätig und ist jetzt Geschäftsführer. So ergab sich das, weil ich von Anfang an mit dieser Hauskrankenpflege zusammengearbeitet habe und zufrieden war. Irgendwann sind wir dann aufeinander gestoßen.

Daniel Heide: Man muss dazu sagen: Frau Dr. Erben war mit zwei weiteren Eigentümern eine der ersten, die überhaupt so eine alternative Wohnform zum stationären Bereich wirklich aus der Erde gestampft haben. Wir als Pflegedienst sind einfach dazugestoßen. Das ist eigentlich ihr Verdienst, muss man sagen.

Claudia Mattheis: Nun wird nicht jedem unserer Zuhörerinnen und Zuhörer der Begriff „betreutes Wohnen“ geläufig sein. Was bedeutet das konkret und welche Rolle spielt dabei der Pflegedienst? Vielleicht starten Sie, Frau Erben, mit dem ersten Teil, und Herr Heide übernimmt den zweiten.

Anja Erben: Betreutes Wohnen heißt, dass unsere Bewohner, für mich sind es Mieter, einen eigenen Mietvertrag haben. Ich bin Besitzerin der Immobilie und habe in dem Neubau 67 Einraumapartments eingerichtet. Den Mietvertrag haben sie mit mir, den sie auch jederzeit kündigen können, wie jede andere Wohnung in Deutschland.
Zusätzlich gibt es in unserem Haus Gemeinschaftsbereiche. Wir haben einen über 300 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum mit Fernsehecke. Wir haben einen riesigen Garten, der dank unserer Mühe mittlerweile ein kleiner Park geworden ist, den alle nutzen können. Das ist ein Teil dessen, was das betreute Wohnen ausmacht.
Völlig unabhängig ist die Hauskrankenpflege, die jeder Bürger in Deutschland zu Hause buchen kann, wenn er einen Pflegegrad hat und Leistungen bezieht, egal ob er in der Platte in Berlin-Marzahn oder in Bonn im Einfamilienhaus wohnt. Und das ist bei uns ganz wichtig: Die Bewohner können sich ihre Hauskrankenpflege aussuchen. Sie müssen nicht die Hauskrankenpflege von Herrn Heide nehmen. Natürlich bringt es Vorteile, wenn möglichst viele Bewohner diese Hauskrankenpflege buchen. Aber wir sind zwei völlig unterschiedliche Unternehmen. Ich vermiete, Herr Heide pflegt. Dass das über viele Jahre so gut funktioniert, ist ein Glücksumstand. Es gibt sicher auch andere Beispiele, nehme ich an.

Daniel Heide: Man kennt klassisch den stationären Bereich, also das Altenheim. Dann gibt es die klassische ambulante Versorgung „draußen“ in der Häuslichkeit. Jeder kennt wahrscheinlich noch Pflege-Wohngemeinschaften. Und es gibt Sonderformen, alternative Wohnformen. Wir sind eine davon, gemeinsam mit Frau Doktor.
Diese Kategorisierung legt die Heimaufsicht fest. Die prüft Pflegedienste oder Pflegeeinrichtungen und es gibt einen Feststellungsbescheid. In dieser Kombination sind wir ein klassisch ambulant betreutes Wohnen. Und, wie Frau Doktor betont hat, wir sind als Dienstleister vor Ort austauschbar. In den Objekten von Frau Dr. Erben gibt es neben uns sogar eine weitere Hauskrankenpflege und einen Betreuungsdienst, der niedrigschwellige Betreuungsleistungen für eine Mieterin von Frau Doktor anbietet. Das ist alles modular.

Claudia Mattheis: Das heißt, die Menschen im betreuten Wohnen leben völlig autark und erst wenn sie Pflege oder Unterstützung benötigen, wird sie angefragt und individuell dazugebucht.

Anja Erben: Wir haben durchaus Bewohner, die keinen Pflegegrad haben. Das ist also kein zwingender Grund, bei uns einzuziehen. Manche haben keine Leistungen der Hauskrankenpflege gebucht. Im Laufe der Zeit nimmt die Pflegebedürftigkeit aber in der Regel zu, denn unsere Bewohner bleiben meist bei uns. In der Regel ist es ihr letzter Wohnort.
Dann ist es für die Bewohner gut, weil sie wissen, an wen sie sich wenden können und wie es laufen kann. Man kann jederzeit dazu buchen, was man benötigt. Selbst ohne Pflegegrad kann man zum Beispiel gemeinsame Mahlzeiten buchen. Das wird dann in den Gesprächen mit der Hauskrankenpflege festgelegt.
Was ich bei uns sehr gut finde, auch an der Hauskrankenpflege: Wenn jemand mit Pflegegrad 2 einzieht und relativ wenig pflegebedürftig ist, bleibt er auch im Haus, wenn die Pflegebedürftigkeit massiv ansteigt. Selbst mit höchstem Pflegegrad leben die Patienten bei uns, bis zu ihrem Ende. Sie müssen nicht in ein Pflegeheim umziehen. Das ist ein großer Vorteil unserer Zusammenarbeit.

Claudia Mattheis: Frau Dr. Erben, Sie sind Internistin, waren Bauherrin, oder vielleicht werden Sie es ja noch einmal. Auf jeden Fall sind Sie jetzt auch Buchautorin. Was hat Sie dazu bewegt, über Ihre Erfahrungen zu schreiben, und was wollen Sie mit dem Buch erreichen? Denn tatsächlich, dieses Buch ist harte Kost. Wenn man das liest, verliert man ein bisschen den Glauben an vieles.

Anja Erben: Man muss zuerst sagen: Es wird ja alles gut. Mit viel Energie, Galgenhumor und Berliner Schnauze wird es gut. Was hat mich bewegt, das Buch zu schreiben? Ich habe schon als tätige Internistin oft gesagt, über meine Patienten müsste ich ein Buch schreiben, über die vielen Ausreden, warum etwas nicht klappt. Das habe ich nie geschafft.
Als ich mit dem Bau angefangen habe, ging es eigentlich schon beim ersten Besuch des Bauamtes los: Keiner wollte so richtig, es gab viele Schwierigkeiten. Das hat die ganzen Jahre angehalten, die ich gebaut und vorbereitet habe. Natürlich habe ich das mit meinem Mann zusammen und mit dem Architekturbüro gemacht, ich war keine Alleinunterhalterin. Diese Schwierigkeiten hielten bis zum Ende an.
Als dann nach der Fertigstellung die Abwasserleitung explodierte, habe ich gesagt: Jetzt ist es genug. Jetzt musst du das aufschreiben, ehe du es vergisst. Die Sprüche deiner Patienten schreibst du jetzt mal auf. Das habe ich getan.
Dass im Nachhinein alles so furchtbar klingt, liegt auch daran, dass manches, was geklappt hat, gar nicht ins Buch gekommen ist. Die gibt es ja auch. Aber das, was drinsteht, ist Realität. Die Tatsachen sind so passiert. Es ist nicht schlimmer gemacht als es war, vielleicht sogar eher das eine oder andere weggelassen. Das ist Realität im Bau, und das wird sich seit 2023 nicht geändert haben.

Claudia Mattheis: Es liest sich wirklich wie eine Realsatire, es ist kurzweilig geschrieben. Ich kann das nur jedem empfehlen. In den Shownotes werde ich das Buch verlinken. Man bleibt aber ein bisschen fassungslos zurück, warum so ein ambitioniertes und wichtiges Wohnprojekt offenbar von Senats- oder Bauamtsseite boykottiert oder zumindest nicht gewollt wurde. Sie hatten relativ wenige Unterstützer.

Anja Erben: Sagen wir so: Wenn man sie gesucht hat, hat man im Rahmen der Regionalpolitik schon Unterstützer gefunden. Aber es ist schwierig, dass sich solche Regionalpolitiker gegen den Willen eines Bauamtes durchsetzen. Und es war ja nicht nur das Bauamt. Gottes Willen, es waren die Energieversorger, die Abwasserversorger, es ist alles dasselbe.
Die sind so starr in ihrem Denken, es geht immer schön der Reihe nach. Ob es um ein Einfamilienhaus geht oder um 67 Wohnungen, die sozial gerecht bezahlt sind. Das ist Sozialwohnungsbau. Wir nehmen Bewohner auf, die auf das Sozialamt angewiesen sind, und davon gibt es in Deutschland viel zu wenig.
Wenn man dann bei großen Versorgern gesagt bekommt, man sei noch nicht dran, man möge warten, bis man an der Reihe ist, und die Energie fehlt, um einen Kran aufzustellen und mit dem Bau fortzufahren, dann frage ich mich: Wie unflexibel muss man im Kopf sein, dass so etwas in Deutschland passiert?
Wenn man da nicht selbst eine Menge Energie aufbringt und nach anderen Lösungen sucht, bricht so ein Bauvorhaben für ein, anderthalb bis zwei Jahre zusammen. Das ist mir… Ja, mein dieselverschluckender Baugenerator.

Claudia Mattheis: Sie hatten einen Baugenerator, oder? Sehr umweltfreundlich. Es gibt sehr viele Absurditäten in diesem Buch. Einige Sachen hatten Sie schon genannt. Aber was wollen Sie mit dem Buch eigentlich erreichen? Sagen Sie: Es lohnt sich trotzdem? Oder wollen Sie die Politik sensibilisieren, dass so etwas nicht geht, dass Engagement blockiert wird?

Anja Erben: Im Endeffekt will ich natürlich etwas in der Denkweise der Behörden und der Politik erreichen. Es soll aber nicht entmutigen. Ein Kapitel heißt ja auch „Schlimmer geht immer“. Und zum Schluss: Es ist fertig geworden. Mit sehr viel Energie auch in relativ kurzer Zeit, nachdem wir angefangen hatten.

Claudia Mattheis: Ja, wir sind in Berlin, wir bauen hier gern ein bisschen länger.

Anja Erben: Ich habe ja geschrieben: Ich wollte doch keinen neuen Flughafen bauen. Aber ja, eigentlich will ich schon etwas erreichen. Ich bin da wenig optimistisch. Ich hatte in Flensburg die erste Buchlesung. Im Publikum saßen drei Damen vom Bauamt. Wie mir später berichtet wurde, sind sie beleidigt gegangen.
Die waren sehr humorfern. Statt einmal zu hinterdenken, was gesagt wird. Man muss es ja nicht auf sich beziehen, man ist ja immer der Meinung, man sei ganz anders als die anderen. Solange man nicht nachdenkt und nur beleidigt ist, ändern wir nichts.
Ich bin ein bisschen frech, wenn ich meine Ziele vertreten will. Ich habe eine Einladung zur Buchlesung in Berlin, die am Samstag ist, an den Bausenator geschickt. Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass er nicht kommt. Es würde mich wundern, wenn er käme. Ich weiß gar nicht, ob man glaubt, dass es so läuft, wie es im Buch steht. Es ist schon harter Tobak.

Claudia Mattheis: Es ist sehr harter Tobak. Aber es ist ja alles gut geworden. Es gibt ein Happy End, wobei es noch nicht zu Ende ist. Heute leitet Ihr Sohn das Haus. Wie hat sich diese Übergabe gestaltet und was bedeutet Ihnen das?

Anja Erben: Mir bedeutet das sehr viel, und auch den vielen, die uns nach Wohnraum anfragen, dass wir ein Familienunternehmen sind. Wir haben keine großen Firmenketten hinter uns. Das macht uns, glaube ich, sympathisch.
Ich lebe seit vielen Jahren in Flensburg, und das geht eigentlich nicht, weil vor Ort vieles kurzfristig zu klären ist. Ob es Ungezieferbefall ist, der immer wieder mal auftritt, ob nachts fremde Leute im Haus sind. Man muss Bewerber durchs Haus führen, Mietverträge unterschreiben, Renovierungen nach Auszug organisieren. Das könnte ich von hier gar nicht machen. Ich müsste jede Woche in Berlin sein. Ob das so erquicklich für meine Ehe ist, weiß ich nicht. Für den Umweltschutz auch nicht, ich müsste ja immer mit meinem alten Diesel los.
Für die Bewohner ist es wichtig, neben der Hauskrankenpflege immer einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Das hat sich mit den ersten Mietverträgen ergeben, als das Haus fertig war.

Claudia Mattheis: Und Ihr Sohn hat das auch studiert. Er kommt vom Fach, oder?

Anja Erben: Ja, er ist Sozialarbeiter und weiß im Kampf mit dem Sozialamt oder anderen Ämtern, wie er das machen muss. Er hat momentan sicherlich mehr Nerv, auch wenn er das bestreitet, sich mit den Ämtern herumzuärgern, wenn es um Zuschüsse oder Sonstiges geht.

Claudia Mattheis: Dass es ein Familienprojekt ist, zeigt auch der Name des Hauses. „Haus Irene“ ist der Name Ihrer Mutter.

Anja Erben: Das ist der Name meiner Mama. Das alte Haus heißt „Anna“, das ist der Name meiner Großmutter. Dass es uns wichtig ist, als Familienunternehmen wahrgenommen zu werden, zeigt die Giebelwand, die besprüht wurde, von vier Berliner Sprayern. Meine Eltern sind dort ganz groß zu sehen und passen jetzt auf uns auf. Neben meinen Eltern sind auch meine Enkelkinder zu sehen.

Claudia Mattheis: Dieses Bild ist übrigens auch auf Ihrer Webseite zu sehen. Die werde ich in den Shownotes verlinken. Herr Heide, Sie sind ja jeden Tag mit Ihrem Team präsent. Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Haben Sie vor Ort ein Büro, sind Sie auf Abruf, kommen Sie zu festen Zeiten?

Daniel Heide: Bei dieser Größenordnung, zusammengenommen mit dem Rosenfelder Ring 23 und 29, sind wir bei Wohnraum… Frau Doktor Erben, lassen Sie mich nicht lügen, 80, 70 Wohneinheiten zusammen?

Anja Erben: Das ist schon hoch. 83.

Daniel Heide: Das heißt, wir sind wirklich 24 Stunden vor Ort als Pflegedienst. Frau Doktor hat Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, die für alle Dienstleister dort sind, auch für Ärzte, die Visiten machen, oder für die Aufbewahrung von Medikamenten. Ein richtiges Büro, wie man es sich vorstellt, gibt es nicht. Das ist auch ausgeschlossen.
Die Zusammenarbeit ist wirklich gut und für uns sehr angenehm, gerade weil ich mit Herrn Robert Wirth viel zusammenarbeite und wir uns da austauschen.

Claudia Mattheis: Das ist der Sohn. Robert Wirth ist der Sohn.

Daniel Heide: Ja. Und man muss wirklich eine Lanze für ihn brechen: Er ist sehr engagiert und geht mit seinem persönlichen Einsatz weit darüber hinaus, was wichtig ist und was viele Pflegebedürftige brauchen. Wo wir als Pflegedienst sagen: Da bräuchte man zusätzliche Hilfe, die wir nicht mehr gewährleisten können, engagiert er sich. Das ist hilfreich. Deswegen vielen Dank an Robert hier persönlich.
Auch bei den Kämpfen mit den Ämtern macht er das wirklich gut. Da hoffe ich persönlich, noch einmal den Anschluss an das Buch von Frau Doktor zu finden, dass es ein kleines Wachrütteln gibt. Das hoffe ich.
Die ganzen Prüfinstitutionen, die man als Pflegeeinrichtung hat, der Medizinische Dienst oder die Heimaufsicht, kennen diese Kategorie, die Frau Doktor dort hat, das betreute Wohnen. Aber manche Prüfer, die aus dem stationären Bereich kommen, wissen es nicht. Wir hatten Auseinandersetzungen, in denen behauptet wurde, das gehöre eigentlich dem Pflegedienst. Da ist viel Nachholbedarf. Wir wünschen uns mehr Sensibilisierung, vielleicht ein Wachrütteln.

Claudia Mattheis: Gibt es konkrete Beispiele? Können Sie diese Schwierigkeiten skizzieren?

Daniel Heide: Zum Beispiel die letzte Hilfe, die Robert Wirth geleistet hat. Da waren wir als Pflegedienst unheimlich dankbar. Es wäre fast nicht zum Einzug gekommen, hätte er sich nicht hintergeklemmt und dem Bezirksamt Lichtenberg klargemacht: Es ist hier eine eigene Wohneinheit, es gibt einen Mietvertrag, der übernommen werden muss. Dafür gibt es in Deutschland Regeln und Voraussetzungen, die alle erfüllt worden sind.
Ehrlicherweise hängt es dann von der Abteilung oder einzelnen Mitarbeitenden ab, die Pflegebedürftigen massiv Steine in den Weg legen. Ohne dieses persönliche Engagement käme es nie zum Einzug. Die Menschen würden in ihrer ursprünglichen Häuslichkeit wahrscheinlich massiv unterversorgt bleiben, wenn nicht Schlimmeres.
Nicht jeder Pflegebedürftige möchte einen gesetzlichen Betreuer haben. Dann macht es die Nachbarin oder Freunde. Die kennen die aktuelle Gesetzeslage bei der Vermietung an sozial Schwache oft nicht. Robert arbeitet sich notgedrungen tief in die Materie ein und kämpft für die Mieter. Es gibt viele Unklarheiten oder mangelndes Interesse, das möchte ich einzelnen Personen unterstellen, nicht der ganzen Abteilung. Aber ohne die Arbeit von Robert wäre es wirklich schwer.

Claudia Mattheis: Ist das typisch? Sie haben ja einen Blick in andere Wohneinrichtungen, Herr Heide, oder ist das wirklich ein Ausnahmefall?

Daniel Heide: Es ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal, das möchte ich positiv hervorheben. Man kennt das klassische Modell mit gesetzlichem Betreuer, Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung. Nicht jeder versteht die aktuelle Gesetzeslage. Es gibt viele neue Änderungen, man muss up to date sein.
Wenn man sich nicht persönlich dahinterklemmt, ist man schnell erschlagen von der Bürokratie, die einem entgegenweht. Gerade als hilfsbedürftiger Mensch braucht man unkomplizierte Hilfe, am besten seit gestern. Schnell durchzublicken ist kaum möglich. Wir als Pflegedienst kennen uns mit Pflege und Leistungen aus, nicht mit Mietrecht. Deshalb sind wir dankbar, so einen kompetenten Ansprechpartner zu haben, und auch für das persönliche Engagement von Frau Dr. Erben. Ohne das wäre vieles in Berlin nicht möglich gewesen. Das muss man sagen.

Claudia Mattheis: Wie kann ich mir das konkreter vorstellen? In welcher Situation kommen die Leute zu Ihnen? Wohnen sie allein in ihrer Wohnung und irgendwann geht es nicht mehr? Kommen sie selbst auf Sie zu oder sind es Angehörige oder Betreuer?

Daniel Heide: Das ist ganz unterschiedlich. Robert Wirth hat Kontakte zu Betreuern aufgebaut. Frau Dr. Erben hatte damals Kontakte zu den Sozialdiensten und Entlassungsdiensten der Berliner Krankenhäuser. In den Berliner Pflegestützpunkten liegen Flyer zum betreuten Wohnen von Frau Dr. Erben.
Und was wir auch haben: Frau Dr. Erben ist dort bekannt wie ein bunter Hund. Sie ist im Kiez eine Größe. Man kennt die Nachbarn, man weiß: Frau Doktor hat hier gebaut, da will man hin. Weil sie früher so viel praktiziert hat. Davon profitieren wir heute noch.

Claudia Mattheis: Was ist der klassische Weg, bei Ihnen einzuziehen? Jemand kommt ins Krankenhaus und kann nicht zurück in sein ursprüngliches häusliches Umfeld?

Anja Erben: Das ist sehr unterschiedlich. Bei den Patienten, die Herr Heide aus dem Krankenhaus beschrieben hat, gibt es immer ein besonderes Problem. Die Pflege wird eigentlich seit gestern gebraucht. Es steht ein Entlassungstermin an, in der Regel in drei Tagen. Selbst wenn wir eine freie Wohnung haben, wovon es abhängt, sind wir mittlerweile ausgebucht.
Sagen Angehörige oder der Sozialdienst im Krankenhaus zu meinem Sohn, wir brauchen ganz dringend eine Wohnung, aber es wird Hilfe vom Sozialamt benötigt, geht es los. Man kontaktiert das Sozialamt. Dort wurde uns relativ klar gesagt, als wir ein Gespräch gesucht haben, dass uns das als Vermieter gar nichts angeht. Das Sozialamt hätte den Vertrag mit den Mietern, die sollten sich melden.
Wir haben gefragt, ob wir Abläufe schaffen können, die es leichter machen, für das Amt, unsere Bewohner und uns, damit wir nicht lange auf die Miete warten müssen. Denn wenn Zuschüsse für Miete und Pflege erst beantragt werden müssen, dauert es nicht ein, zwei, drei Tage, sondern Wochen und Monate.
Als wir sagten, dann können wir Menschen, bei denen neu beantragt werden muss, gar nicht einziehen lassen, weil wir nicht wissen, wann die Miete kommt, sagte der Rechtsbeistand dort: „Wenn das Ihre Strategie ist, dann ist das so.“ Uns wurde der Schwarze Peter zugeschoben. Im Nachhinein kam: Wir haben überhaupt keine Rechte, das für unsere Bewohner zu regeln. Das ist immer schwierig.
Der andere Teil kommt aus der Häuslichkeit, wo entweder der Bewohner selbst merkt, es geht nicht mehr und die Wohnung ist zu groß. Das ist oft der Fall: 3- bis 4-Raum-Wohnungen, die nicht mehr sauber zu halten sind. Häufig sprechen Angehörige uns an und sagen, wir schaffen die Pflege nicht mehr.
Gut ist, wenn es eine Vorsorgevollmacht gibt und Angehörige Entscheidungen treffen können. Sonst wird es schwierig, weil viele ältere Menschen ihren Bedarf nicht einsehen. Ich habe das selbst erlebt, als ich noch oft in Berlin war: Der Vater sagte, „Ich habe dich“, und die Tochter meinte, „Ich kann aber nicht mehr.“ Er sagte dann, „Ich habe noch meine Enkeltochter.“ Er ist nicht eingezogen. Ich kannte ihn aus meiner Praxis. Das konnte ich mir vorstellen, dass er es nicht einsieht. Ein Dickkopf. Es ist bunt gemischt, wer kommt, oft sind es die Angehörigen.

Claudia Mattheis: Wie alt sind die Bewohnerinnen und Bewohner, die bei Ihnen einziehen oder jetzt wohnen?

Anja Erben: Das ist unterschiedlich. Unser Altersdurchschnitt liegt klar weit über 70. Es ziehen auch Menschen über 90 ein, bei denen man denkt: Die sind noch gut drauf.
Wir haben allerdings auch drei ukrainische Soldaten, die im Krieg schwer verletzt wurden. Für sie war es eine Herzenssache, auch für Robert. Sie haben mit Vorrang die nächste freie Wohnung bekommen. Die sind jung, um die 40, maximal 50. Das ist die Ausnahme. Die meisten sind über 70, über 80. Den genauen Altersdurchschnitt habe ich nicht ausgerechnet. Robert wüsste das. Ich weiß es nicht, aber sie sind schon sehr alt, unsere Bewohner.

Claudia Mattheis: Gibt es auch Bewohnerinnen und Bewohner, die vorausschauend planen?

Anja Erben: Ich habe eine Bewohnerin, die seit 2023 noch nicht eingezogen ist. Sie bezahlt ihre Miete Monat für Monat. Die Wohnung ist unberührt. Sie wohnt in der Platte nebenan und sagt: Wenn ich akut bedürftig bin, will ich sofort einziehen und nicht warten. Für sie war der Erstbezug wichtig, also eine neue Wohnung.
Das ist ein Extrem, das ich noch nicht erlebt habe. Sie zahlt seit Juni 2023 Miete und ist noch nicht da.

Claudia Mattheis: Das ist so eine Art Backup-Service.

Anja Erben: Das gibt es auch. Wir sind zum Glück gut belegt. Eine klassische Warteliste haben wir nicht. Robert ist technisch begabt. Er stellt freie Wohnungen ins Netz, und Interessierte, die Bedarf angemeldet haben, können das sehen und sich melden.

Claudia Mattheis: Noch ein Blick zurück: Wie haben Sie sich durch dieses Projekt verändert, oder Ihr Blick auf das Altern und die Gesellschaft?

Anja Erben: Als Medizinerin mit über 20 Jahren Praxis hat man eine besondere Einstellung zum Alter und zum Sterben. Ich hatte zwei sehr pflegebedürftige Eltern und konnte leider nicht mitreden, dass es bei ihnen gut gelaufen ist.
Das hat sich in der Zeit nicht verändert. Ich bin froh, den alten Leuten eine Wohnform bieten zu können, die ich selbst wählen würde. Robert sagt heute schon, es ist Probeliegen, wenn ich in Berlin bin und in einer Musterwohnung schlafe. Ich weiß, wo ich meine letzten Jahre verbringen werde: im Rosenfelder Ring 23. Damit hätte ich kein Problem, ich bin überzeugt, dort gut aufgehoben zu sein.
Meine Ansichten zu Ämtern, Bürokratie und den Möglichkeiten, in Deutschland Gutes zu bewegen, sind desillusionierter geworden. Es wird politisch immer wieder diskutiert: sozialer Wohnraum müsse für sechs Euro oder weniger pro Quadratmeter möglich sein. Dann müssen Sie so etwas auch bauen.
Mit den Baukosten in Deutschland, auch in Berlin, ist das nicht machbar. Ich bin auf 30 Jahre hoch verschuldet bei einer Bank. Ich hatte die Millionen nicht im Sofakissen.
Die Baukosten sind von 2010 bis 2022, also genau in unserer Bauzeit, um 64 Prozent gestiegen. Man kann doch nicht sagen: Stecken Sie Ihr Geld rein, aber nehmen Sie keine Miete, und alles ringsum ist Ihre Sache. Das geht nicht. Das ärgert mich, wenn ich so etwas höre.
Auf dem Weg zur Fertigstellung lief vieles schief, das wenig mit Realität zu tun hatte. Ein Spielplatz im betreuten Wohnen. Wer klettert denn von den alten Leuten auf dem Klettergerüst oder buddelt im Sandkasten? Das ist weit weg von der Realität. Aber man hat keine Chance. Man muss die Vorgabe erfüllen.

Claudia Mattheis: Sie hatten im Vorgespräch gesagt, dass Ihr Sohn gern noch ein neues Objekt angehen würde. Sie sind da nicht so begeistert, oder?

Anja Erben: Sagen wir so, ich bin nicht abgeneigt. Ich bin der Meinung, der Bedarf für diese Wohnform wächst weiter. Es gibt zu wenige. Aber es müssten viele positive Zufälle zusammenkommen. Mein Grundstück ist voll, ich kann dort nicht mehr bauen. Ich müsste Land zukaufen.
Die Zinsen sind ein Thema. Ich hatte das große Glück, in der Niedrigzinsphase einen Kreditvertrag zu bekommen, an dem Tag, an dem die Zinsen am niedrigsten waren. Mit den heutigen Bauzinsen wäre das bei einer Bank nicht machbar. Ich könnte den Sozialmietenstandard nicht halten.
Die Baukosten sind von 2020 bis jetzt noch einmal um 40 Prozent gestiegen. Das muss man alles stemmen. Es muss für mich bezahlbar sein. Ich bin kein Wohlfahrtsverband. Reich werde ich damit nicht, aber leben möchte ich davon. Es geht um die soziale Möglichkeit für die Bewohner. Die sehe ich zurzeit überhaupt nicht.

Claudia Mattheis: Also kein mutmachender Abschluss, von wegen: Macht es mir nach. Oder doch?

Anja Erben: Wir diskutieren gerade mit unserem Architekten ein Projekt in Brandenburg. Wieder auf Drängen meines Sohnes, er ist jünger und hat mehr Energie. Es müssten aber noch einige Dinge zusammenkommen, damit wir uns dazu durchringen. Ja, und dann vielleicht.

Claudia Mattheis: Okay, dann gibt es vielleicht auch eine zweite Version des Buchs. Fortsetzung folgt. Zum Abschluss des Gesprächs: Herr Heide, Sie sind noch sehr jung, aber ich frage trotzdem, wie wollen Sie im Alter wohnen und leben, wo Sie doch jeden Tag Einblick haben?

Daniel Heide: Vielen Dank, mit meinen 42 noch als jung zu gelten. Ich bin nicht umsonst im ambulanten Bereich gelandet. Ich habe stationär gelernt, ich bin gelernter Pfleger. Mich haben alternative Wohnformen schon in meiner Jugend interessiert. Das passt in diesem Podcast gut zusammen: welche Wohnformen und Alternativen es gibt.
Für mich als gebürtigen Berliner wäre das genau mein Nonplusultra. Ich kann alles, ich muss nichts. Ich kann mir Leistungen modular zusammenstellen. Wenn ich die Tür aufmache, ist jemand da. Ich hätte Freunde und soziale Kontakte in meiner Nähe. Ich würde das toll finden.

Claudia Mattheis: Ich glaube, das geht fast allen so. „Age in Place“ ist der Begriff dafür, dass man dort alt wird, wo man ist, und die vorhandenen sozialen Strukturen bleiben. Bei Bedarf hat man Unterstützung und eine altersgerechte Wohnumgebung. Das wünschen sich die allermeisten Menschen.
Und bei Ihnen, Frau Dr. Erben? Wie sieht es bei Ihnen aus, wenn Sie, na ja, vielleicht noch etwas bauen und irgendwann in einem Ihrer Projekte in Berlin oder Brandenburg leben?

Anja Erben: Das kommt darauf an, wie es familiär weitergeht. Mein Mann ist einige Jahre älter. Wir leben in Flensburg. Sollte ich allein zurückbleiben, würde ich Richtung Sohn ziehen. Da ist meine Familie. Ich bin immer noch in Berlin mit Freundschaften verwurzelt.
Ich möchte nicht vereinsamen. In ein betreutes Wohnen würde ich gehen, denn wie Herr Heide sagt: Man macht die Tür auf und da ist jemand. Zu Hause ist das oft nicht so.
Ich habe mir fest vorgenommen, nicht so zu sein wie viele Eltern, die von ihren Kindern erwarten, dass man sich zu kümmern hat. „Wir waren für euch da, jetzt seid ihr für uns da.“ Diese Einstellung ist weit verbreitet, ich finde sie nicht gut. Mein Sohn und seine Familie, meine Enkelkinder, sollen ihr Leben leben. Wenn sie mich alle vier Wochen besuchen, ist das schön. In einem betreuten Wohnen ist man nicht allein und wird versorgt, wenn man Hilfe braucht. Ich würde in den Rosenfelder Ring 23 ziehen.

Claudia Mattheis: Was bei mir hängen bleibt: Das ist eine der idealsten Wohnformen im Alter, die den Bedürfnissen der Menschen sehr nahe kommt. Autark sein, aber nicht allein, Unterstützung haben, ohne sie haben zu müssen, und in der Selbstständigkeit gefördert werden.
Vielen herzlichen Dank für dieses Gespräch. Ich wünsche Ihnen alles Gute, Herr Heide, und vor allem auch Ihnen, Frau Dr. Erben. Ich bin gespannt auf die nächsten Projekte!!

 

Claudia Mattheis

Frau mit schulterlangem gelocktem braunem Haar, die einen dunklen Blazer und eine silberne Halskette trägt und in die Kamera lächelt.

Claudia Mattheis (Jahrgang 1966) bringt mit 30 Jahren Führungserfahrung als Geschäftsführerin einer Werbeagentur und Chefredakteurin von Print- und Online-Medien strategische Expertise und ein starkes Netzwerk mit. Diese Kombination bildet das Fundament für ihre Mission: LIVVING.de zur führenden deutschsprachigen Plattform für Wohnen & Leben 50plus zu entwickeln. Ihre Leidenschaft für zielgruppengerechte Kommunikation verbindet sie mit einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse der Generation 50plus. Als versierte Netzwerkerin schafft sie Verbindungen zwischen Partnern, die gemeinsam die Lebenswelt einer wachsenden demografischen Gruppe neu denken wollen. Mit ihrem Mann Siegbert Mattheis lebt sie in Berlin-Prenzlauer Berg.

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