Wie das Start-up inGemeinschaft freie Zimmer mit Wohnungssuchende zusammenbringt. Warum gemeinschaftliches Wohnen gegen Einsamkeit und Wohnungsnot wirkt. Und wie die Gründerin so selbst das passende WG-Zimmer für sich fand.
inGemeinschaft ist ein Münchner Start-up für gemeinschaftliches Wohnen. Es bringt Menschen, die ein Zimmer in ihrem Haus oder ihrer Wohnung frei haben, mit passenden Mitbewohnern zusammen. Das können junge Studierende oder Berufstätige sein, ebenso gut aber Gleichaltrige, sodass auch eine Wohngemeinschaft mit 50 oder 60 plus entsteht. Gegründet wurde inGemeinschaft von Anne Hufnagel und Philipp Bögner.
Warum wir Anne Hufnagel eingeladen haben
Anne Hufnagel kommt aus den Medien. Sie hat internationale TV-Dokumentationen verkauft. Was ihr an dieser Arbeit aber fehlte, war der gesellschaftliche Mehrwert. Bei inGemeinschaft hat sie ihn gefunden.
Die Idee für das Unternehmen geht auf eine Erfahrung ihres Mitgründers Philipp Bögner zurück. Seine Eltern Maria und Hans-Georg vermieten seit 2010 in Köln Zimmer an Erasmus-Studenten. Aus dieser gelebten Erfahrung entstand die Idee, freie Zimmer und Wohnungssuchende systematisch zusammenzubringen.
Für dieses Gespräch ist Anne Hufnagel eine besondere Interviewpartnerin, weil sie ihr eigenes Modell lebt. In München ist sie selbst in eine der vermittelten Wohngemeinschaften eingezogen. Im LIVVING Podcast erzählt sie deshalb aus dem Inneren einer WG mit 50 plus und aus dem eigenen Alltag.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Interview
Die Wohngemeinschaft ist längst kein Studentenmodell mehr. Anne Hufnagel lebt selbst mit 50 plus in einer Münchner WG. Zu den VermieterInnen gehören Menschen aller Altersgruppen, die älteste Vermieterin ist über 90. Ob eine WG gelingt, ist für sie vor allem eine Typfrage.
Die Vermittlung ist für Vermietende kostenlos, bis es passt. Erst bei einem erfolgreichen Match zahlt die vermietende Seite eine halbe Monatsmiete. Bei einem Zimmer für 500 Euro warm sind das einmalig 250 Euro, danach bleibt inGemeinschaft für Mediation im Kontakt.
Die größte Hürde ist die Sorge um Privatsphäre. Diese Angst ist auf beiden Seiten da und laut Anne Hufnagel bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Rund 90 Prozent der Vermietenden sind aktuell weiblich.
Vermietende sind im Schnitt 60 bis 70, Mietende Anfang bis Mitte 20. Ein Untermietverhältnis dauert im Durchschnitt rund zwölf Monate.
Kommunen und Politik ziehen mit. Der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause unterstützt das Projekt, Städte wie Dresden und Rosenheim sind im Gespräch, und getragen wird das Unternehmen derzeit von einer Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums.

Wie sieht der Alltag in einer WG mit 50 plus aus?
Morgens Kaffee mit der Mitbewohnerin, abends an den Eisbach
Anne Hufnagel wohnt seit gut 14 Monaten in München, hergezogen für das Unternehmen und nach einer Trennung. Ihre erwachsenen Töchter haben vor zwei Jahren Abitur gemacht und studieren inzwischen. Ihren Einstieg in München beschreibt sie so: „ich bin quasi in unser eigenes Projekt eingezogen, erst bei einer älteren Dame, wo ich einige Monate gewohnt habe.” Heute lebt sie mit einer gleichaltrigen Münchnerin zusammen, „sozusagen so eine 50-plus-Wohngemeinschaft, so dieses neue Leben, diese neue Lebensphase”.
Ihr WG-Zimmer misst maximal 20 Quadratmeter, Bad und Toilette werden geteilt. Einen strengen Putzplan gibt es nicht, das läuft auf Zuruf, weil beide ähnlich ticken. Der Alltag klingt nach dem, was Wohngemeinschaften in jedem Alter ausmacht: „wir sind irgendwie morgens beim Kaffee, quatschen wir einfach schon mal”, und am Feierabend „kochen wir manchmal zusammen, manchmal trinken wir aber einfach auch nur einen Wein oder wir gehen zusammen zum Eisbach noch abkühlen”.
Auf die Frage, ob gemeinschaftliches Wohnen mit 50, 60 oder 70 anders funktioniert als in der Studenten-WG, hat Anne Hufnagel eine klare Haltung. Für sie ist es Typsache, und sie beschreibt sich als geselligen Menschen: „ich bin halt sehr gesellig und genieße das wirklich auch morgens schon mal so ein bisschen kurz zu quatschen oder auch abends mich noch auszutauschen”. Aus ihrer Sicht ist das Zusammenleben mit den Jahren sogar leichter geworden: „ich finde sogar für mich persönlich, dass ich sogar eher noch offener geworden bin, weil ich einfach mehr vielleicht auch so lebensreifer, lebensweiser bin und noch mehr verstehe.” Das Modell beschreibt sie als „eine Art von Wohnpartnerschaft, aber trotzdem keine Lebenspartnerschaft mit allen Freiheiten, die es einfach hat”.
Wie läuft die Vermittlung bei inGemeinschaft ab?
Vom geschützten Profil bis zum Untermietvertrag
Am Anfang steht ein Profil. Wer ein Zimmer anbietet, gibt Stadt, Stadtteil, Miete, eigene Interessen und Wünsche an die künftige Mieterin oder den Mieter ein, alles geschützt und für andere nicht einsehbar. Die suchende Seite macht dasselbe, inklusive Budget und der Frage, ob sie im Alltag etwas Unterstützung anbieten kann. Dann bringt die Plattform beide zusammen.
Hinter diesem Matching steckt Technik, aber nicht nur. „es ist natürlich ein System, ist ein Algorithmus dahinter”, erklärt Anne Hufnagel, ergänzt aber, dass jeder Vorschlag von Menschen geprüft wird: „wir haben eine Kollegin, die sich komplett um dieses Matching kümmert”, die mit den Vermieterinnen auch telefoniert und offene Fragen klärt. Gibt es ein Match, folgt das persönliche Kennenlernen, in der Regel analog vor Ort, damit beide sehen, ob die Chemie stimmt.
Der rechtliche und steuerliche Teil wird mitbegleitet. inGemeinschaft schlägt einen Standard-Untermietvertrag vor und berät bei Fragen, etwa ob und wie man überhaupt untervermieten darf. Bezahlt wird erfolgsabhängig: „die Vermieterin, der Vermieter zahlt eine halbe Monatsmiete. Das ist aktuell der Stand bei erfolgreichem Match.” Danach endet die Begleitung nicht, bei Konflikten übernimmt das Team Mediation. Genau das ist Anne Hufnagel wichtig, denn viele fürchten, mit einem Problem allein dazustehen: „Hey, du bist nicht alleine, wir können dich unterstützen.”
Die Zahlen zeigen, wie breit die Altersspanne ist. Vermietende häufen sich zwischen 60 und 70, Mietende Anfang bis Mitte 20, ein Untermietverhältnis dauert im Schnitt rund zwölf Monate. Nach oben ist die Spanne offen: „Wir haben eine Vermieterin, die ist 90″, sagt Anne Hufnagel, „die ist total fit” und vermietet inzwischen zum zweiten Mal. Weil diese Dame nicht digital unterwegs ist, betreut inGemeinschaft sie besonders eng.
Was verändert eine WG zwischen den Generationen?
Drei Generationen unter einem Dach, mitten im teuren München
Am meisten bewegen Anne Hufnagel die einzelnen Geschichten. Ihre liebste ist die einer alleinerziehenden Mutter: „meine Lieblingsgeschichte ist schon die von der alleinerziehenden Mutter, die da quasi mitten in Neuhausen, also das ist in München ein sehr teures Wohngebiet, da wirklich sehr günstig mit ihrem Kind eingezogen ist”, und wo sich heute drei Generationen gegenseitig unterstützen. Dazu kommt die eines jungen Afghanen, der bei einer Frau am Münchner Stadtrand ein Zuhause gefunden hat. Über solche Vermittlungen sagt sie schlicht: „das bewegt dann schon auch jedes Mal so mein Herz.”
So positiv die Geschichten enden, am Anfang steht oft ein Zögern. „Privatsphäre ist so die größte Angst, also auf beiden Seiten”, sagt Anne Hufnagel. Sobald ein Match zustande kommt, dreht sich die Wahrnehmung meist, weil klare Absprachen jedem seinen Rückzug lassen.
Wie inGemeinschaft mit Städten ins Gespräch kommt
Inzwischen rücken die Kommunen in den Mittelpunkt. inGemeinschaft geht aktiv auf Städte zu, und viele zeigen Interesse an einer Zusammenarbeit, weil sie Wohnungsnot und fehlende Fachkräfte zugleich spüren, die keine bezahlbare Bleibe finden. Anne Hufnagel gibt die Rückmeldung aus Rosenheim wieder: „wir haben so tolle Arbeitgeber und so einen tollen Mittelstand, aber Talente können keinen bezahlbaren Wohnraum finden”. Mit Städten wie Dresden und Rosenheim ist das Start-up im Gespräch, unterstützt wird das Modell auch vom neuen Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause.
Für Anne Hufnagel wirkt eine Wohngemeinschaft gegen Wohnungsnot und gegen Einsamkeit zugleich, bei Älteren wie bei Jüngeren. Dass ein junger Mensch neu in eine fremde Stadt kommt und dort vereinsamt, hält sie für ein reales Problem: „Ein junger Mensch, der im Winter nach Berlin kommt und dort in einer Schuhschachtel wohnt, ist halt auch nicht schön.” inGemeinschaft schafft keinen neuen Wohnraum, aber es aktiviert den vorhandenen, den unsichtbaren.
Warum Sie dieses Podcast-Interview hören sollten
Anne Hufnagel spricht im Podcast offen über das, was gemeinschaftliches Wohnen wirklich ausmacht, von den kleinen Alltagsmomenten bis zum Blick auf andere Länder wie die Niederlande und Frankreich, wo das Modell längst etabliert ist.
Am schönsten ist ihre Antwort auf Claudia Mattheis’ Lieblingsfrage, wie sie selbst in Zukunft wohnen möchte. Sie fällt kurz aus: „Ja, in Gemeinschaft.” Ob die Mitbewohner gleich alt sind oder Jahrzehnte trennen, spielt für sie keine große Rolle: „Alter ist irgendwie egal. Es hat eher so mit Persönlichkeit zu tun.” Wer sich fragt, ob ein leeres Zimmer, eine neue Lebensphase oder der Wunsch nach Gesellschaft der Anfang von etwas sein könnte, findet in dieser Folge viele ehrliche Antworten.
Häufig gestellte Fragen zur Wohngemeinschaft ab 50
Funktioniert eine Wohngemeinschaft auch mit 50, 60 oder 70?
Ja. Laut Anne Hufnagel ist es vor allem eine Typfrage. Sie lebt selbst in einer WG mit 50 plus in München, zu den Vermieterinnen gehören Menschen aller Altersgruppen bis über 90.
Was ist inGemeinschaft?
inGemeinschaft ist ein Münchner Start-up und eine Plattform, die Wohngemeinschaften zwischen den Generationen vermittelt. Es bringt ältere Menschen mit freien Zimmern und junge Wohnungssuchende zusammen und begleitet beide Seiten persönlich.
Wie funktioniert das Matching bei inGemeinschaft?
Beide Seiten legen ein geschütztes Profil an. Ein Algorithmus schlägt passende Partner vor, ein Teammitglied prüft jedes Match persönlich. Danach lernt man sich in der Regel vor Ort kennen.
Was kostet die Vermittlung?
Für Vermietende ist sie bis zum erfolgreichen Match kostenlos. Kommt eine Wohnpartnerschaft zustande, wird einmalig eine halbe Monatsmiete fällig. Mediation bei späteren Problemen ist eingeschlossen.
In welchen Städten ist inGemeinschaft aktiv?
Aktuell in München, Berlin und Köln. Mit Kommunen wie Dresden und Rosenheim laufen Gespräche über weitere Standorte.
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Claudia Mattheis:
Herzlich willkommen in meinem LIVVING Podcast Studio, liebe Anne Hufnagel. Warum ich dich eingeladen habe? Weil du Co-Founderin des Startups In Gemeinschaft bist. Gemeinsam mit deinem Mitgründer Philipp Bögner habt ihr eine Plattform geschaffen, die Menschen mit freiem Wohnraum und Menschen auf der Suche nach einem Zuhause zusammenbringt. Dabei geht es um weit mehr als um die Vermittlung eines Zimmers oder einer Wohnung. Es geht um Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und darum, Einsamkeit vorzubeugen. Die Idee für In Gemeinschaft entstand aus einer ganz persönlichen Erfahrung von Philipp. Er hat erlebt, wie schwer es für seine Großmutter nach dem Tod seines Großvaters war, allein im großen Haus zu leben. Gleichzeitig suchten junge Menschen bezahlbaren Wohnraum. Daraus entstand die Frage: Warum bringt man diese Menschen nicht zusammen? Gemeinsam habt ihr diese Idee weiterentwickelt und daraus ein Unternehmen aufgebaut, das Menschen auf dem Weg in neue Wohnformen begleitet. Ihr arbeitet aber auch mit Kommunen zusammen und bekommt für euren Ansatz auch Rückenwind aus der Politik, oder? Unter anderem vom neuen Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause. Dass euer Konzept überzeugt, zeigen auch mehrere Auszeichnungen. Unter anderem wurde Gemeinschaft mit dem Publikumspreis des Münchner Gründerpreises ausgezeichnet. Ich freue mich auf unser Gespräch über eure Gründung, über das Leben in Wohngemeinschaften, über neue Wohnformen für Jung und Alt und darüber, warum Gemeinschaft vielleicht wichtiger ist denn je. Hallo liebe Anne, wie schön, dass du da bist.
Anne Hufnagel:
Schön. Danke, dass ich hier sein darf.
Claudia Mattheis:
So, jetzt starten wir doch erst mal mit dem Einstieg. Was ist eigentlich InGemeinschaft in einem Satz? Was tut ihr da so?
Anne Hufnagel:
Wir sind eine Plattform zum gemeinschaftlichen Wohnen, generationenübergreifend. Also du hast es ja gerade schon ganz gut erklärt. Das heißt, wir bringen die mit Wohnraum zusammen mit denen, die Wohnraum suchen. Und ganz besonders haben wir einen Fokus auf den sogenannten unsichtbaren Wohnraum, also gerade ältere Menschen, wir sagen so 55 plus, Kinder aus dem Haus, Zimmer frei, die dann sagen, brauche ich wirklich montags und dienstags ein Yogazimmer, sondern was kann ich eigentlich mit den Zimmern noch machen? Und ich könnte sie doch eigentlich auch untervermieten. Und so begleiten wir eben durch den ganzen Prozess, geben Sicherheit und Vertrauen, dass man einfach nicht alleine damit ist und sich auch eher traut, das zu machen.
Claudia Mattheis:
Die Idee für In Gemeinschaft geht auf eine sehr persönliche Erfahrung von Philipp zurück. Als du davon erfahren hast, was hat dich von dieser Idee sofort überzeugt und wann war für dich klar, Das möchte ich mitgestalten, weil du kommst ja ursprünglich aus den Medien.
Anne Hufnagel:
Also was ich in den Medien gemacht habe, ich habe viele, viele Jahre, gefühlt Jahrzehnte Dokumentationen international verkauft. Also ich habe schon immer, und ich finde jetzt, Dokumentationen sind einfach, haben schon auch mal einen gesellschaftlichen Mehrwert. Allein das fand ich schon immer toll zu wissen, dass ein gewisses gesellschaftliches Programm, historisches Programm mit Mehrwert einfach noch mal in Belgien läuft, im französischen Fernsehen, in Spanien oder in Thailand oder so. Also so was habe ich viele Jahre gemacht, viel mit Produktionsfirmen und Produzenten zusammengearbeitet, immer so im ARD- und ZDF-Kontext. Also, das hat mir immer viel gegeben, einfach was zu machen, was einfach Menschen zu erreichen, Menschen zu begeistern, auch für Themen. Und deshalb war es für mich jetzt noch mal so spannend, auch in eine Art Social-Impact-Unternehmen mit einzusteigen. Und ich finde eben den Mehrwert, den wir schaffen, und alleine das, wir haben jetzt so rund 50 Wohnpartnerschaften in München geschaffen und jede einzelne Geschichte, also im letzten Jahr alleine, ist einfach wundervoll. Also, alleine dieses, das menschelt natürlich sehr und trotzdem sind wir eine Plattform, versuchen es natürlich zu optimieren und zu schauen, dass die Prozesse gut sind und einfach sind. Und trotzdem ist es einfach eine Sache von Mensch und Maschine, die da zusammenkommen, die einfach wahnsinnig wertvoll ist. Und das finde ich total spannend.
Claudia Mattheis:
Zu den einzelnen Geschichten komme ich gleich noch mal. Jetzt bleibe ich aber noch einen Moment bei dir, weil du hast ja auch Wohngemeinschaftserfahrung. Erzähl doch mal, du lebtest schon lange in Wohngemeinschaften, du lebst jetzt wieder in einer Wohngemeinschaft.
Anne Hufnagel:
Ja gut, ich habe natürlich als Studentin auch in Wohngemeinschaften gelebt. Das ist jetzt schon ein bisschen eine Zeit lang her. Ich habe selber schon erwachsene Töchter. Das heißt, da habe ich auch in einer Wohngemeinschaft gelebt, wenn man das so möchte, irgendwie mit meiner Kindern. So, das war auch eine Zeit lang so. Meine Töchter sind jetzt mittlerweile erwachsen, haben vor 2 Jahren Abitur gemacht und studieren, sind irgendwie verteilt in Deutschland. Und ich bin jetzt selber nach München gezogen, also auch für das Unternehmen, auch nach einer Trennung. Wohne jetzt so seit 14, 15 Monaten in München und lebe dort selbst in Gemeinschaft. Also ich bin quasi in unser eigenes Projekt eingezogen, erst bei einer älteren Dame, wo ich einige Monate gewohnt habe, die dann aber auch schon wieder das Zimmer weitervermietet hat. Das war eine total spannende Erfahrung. Und jetzt wohne ich eben in einer eher gleichaltrigen Wohngemeinschaft. Also das ist auch sehr spannend, sozusagen so eine 50-plus-Wohngemeinschaft, so dieses neue Leben, diese neue Lebensphase. Kinder sind erwachsen nach einer Trennung oder was auch immer für eine Situation, man einfach da auch so zusammenrückt und als zwei Frauen dann zusammenlebt. Und das macht wahnsinnig viel Spaß. Sie ist Münchnerin und das heißt, wir haben auch viele gemeinsame Interessen, gehen zusammen aus und ja, und haben aber gleichzeitig unsere eigene Welt. Also es ist einfach eine Art von Wohnpartnerschaft, aber trotzdem keine Lebenspartnerschaft mit allen Freiheiten, die es einfach hat. Das ist sehr spannend.
Claudia Mattheis:
Das finde ich interessant. Also ihr habt euch vorher noch nicht gekannt, bevor ihr zusammengezogen seid, oder wart ihr schon bekannt?
Anne Hufnagel:
Nee, wir haben uns vorher nicht gekannt. Wir haben uns quasi über das Thema Wohngemeinschaft kennengelernt. Genau, sie hat einfach jemanden gesucht, der einzieht. Und auch das findet bei uns statt, dass auch gleichaltrig gesucht wird.
Claudia Mattheis:
Und ich muss da noch mal reinhaken, weil ich das interessant finde, jetzt gleich mal hier so ein lebendes Objekt vor mir zu haben. Was teilt ihr euch alles? Wie kann ich mir euren Alltag so vorstellen?
Anne Hufnagel:
So, also ich arbeite natürlich wahnsinnig viel, so, deshalb ist das, aber wir sind irgendwie morgens beim Kaffee, quatschen wir einfach schon mal. Das ist so eine ganz typische Situation, weil wir beide früh aufstehen. Und abends kochen wir manchmal zusammen, manchmal trinken wir aber einfach auch nur einen Wein oder wir gehen zusammen zum Eisbach noch abkühlen. Es ist gerade Sommer, Sommer in München und sie zeigt mir einfach die tollsten Ecken, wie man irgendwie im Eisbach springt und sich da treiben lässt. München ist ja ein Riesenfreizeitpark. So, das heißt, wir gehen auch mal zusammen in den Club. Also sie geht auch ganz gerne mal so feiern. Wir sind dann so die, die 50+, die dann auch mal, die du mal im Club oder in einer Bar triffst. Ja, es macht Spaß.
Claudia Mattheis:
Klingt lustig. Könnte ich mir auch vorstellen. Ich bin verheiratet, also deswegen jetzt gerade nicht. Also ich wohne quasi auch in einer Wohngemeinschaft. Aber wie teilt ihr euch die Wohnung? Wie kann ich mir das vorstellen? Also habt ihr Gemeinschaftsflächen? Jeder hat ein eigenes Zimmer oder mehrere Zimmer, oder?
Anne Hufnagel:
Ja, also die Wohnung ist gar nicht so groß. Das heißt, ich habe quasi ein WG-Zimmer. Das ist so 20 Quadratmeter maximal. Und dann haben wir einfach so ein kleines Wohnzimmer. Genau. Und sie hat auch noch mal ein eigenes Schlafzimmer und eine Küche. Also so, es ist einfach, sie hat da mit ihrem Sohn zusammen oder auch mit ihrem, teilweise mit ihrem Mann zusammengelebt. Genau, es ist einfach so nicht groß, aber ich habe wie in einer Wohngemeinschaft mein eigenes Zimmer und wir teilen uns auch das Bad und die Toilette.
Claudia Mattheis:
Habt ihr eine Hausordnung vereinbart? Einen Putzplan?
Anne Hufnagel:
Ja, doch schon. Genau, dass wir dann sagen, was das mal wieder. Aber es geht eher so auf Zuruf. Also wir ticken da ziemlich ähnlich und es ist uns beiden wichtig, dass es auch nicht so dreckig ist oder so. Also wir haben da einen relativ guten Weg, das auch. Also sind beide sehr offen und sehr kommunikativ und dann sagen wir auch mal so, hey, hier, du bist mal wieder dran. Aber das funktioniert ziemlich gut.
Claudia Mattheis:
Ja. Warum ich da so nachfrage, ist, weil ich mir vorstellen kann, dass die meisten bei Wohngemeinschaften eher an jüngere Menschen denken. Also so Studenten oder Azubis wohnen halt zusammen und da ist man ja noch relativ flexibel und vielleicht auch anpassungsfähiger. Und wie oder warum funktioniert gemeinschaftliches Wohnen aber auch mit 50, 60 oder 70? Funktioniert Funktioniert das anders?
Anne Hufnagel:
Also würde ich jetzt irgendwie nicht sagen, aber es ist natürlich auch totale Typsache. Also wir sagen auch bei Gemeinschaft, dass 90% derjenigen, die den Platz haben, würden es trotzdem nicht machen und untervermieten. Also das verstehen wir auch. Auch junge Leute wollen nicht immer in einer WG wohnen. Das ist ja auch so ein bisschen Typsache. Wie viel Rückzug brauche ich oder wie schnell bin ich vielleicht von gewissen Geräuschen genervt oder wie auch immer? Also das ist ja auch völlig in Ordnung. Ich bin halt sehr gesellig und genieße das wirklich auch morgens schon mal so ein bisschen kurz zu quatschen oder auch abends mich noch auszutauschen oder auch einfach mal zuzuhören. So, also je nachdem, wenn man sich eben mag und versteht und auch das interessant findet. Also ich finde sogar für mich persönlich, dass ich sogar eher noch offener geworden bin, weil ich einfach mehr vielleicht auch so lebensreifer, lebensweiser bin und noch mehr verstehe. Also Kinder großgezogen, also da hat man schon einiges erlebt. Ich finde das jetzt quasi noch einfacher als mit einem Partner so oder mit Kindern, wo natürlich auch viele Bedürfnisse sind und so. Deshalb, man hat ja auch, es ist ja auch völlig in Ordnung, da seinen Raum zu haben und sich auch zurückzuziehen. Es ist quasi in der Partnerschaft und auch mit Kindern teilweise ja nicht so einfach, weil die ganz anders einen fordern. Deshalb finde ich das jetzt eher mit den ganzen Erfahrungen, die ich gemacht habe, jetzt total schön, eher das so auch so für mich das zu erleben und nicht als Mutter oder als Partnerin. So ist so meine Erfahrung.
Claudia Mattheis:
Deine Vermieterin, Untervermieterin, hat die ganz gezielt nach einer gleichaltrigen Frau gesucht oder war ihr das eigentlich egal, ob Mann, Frau, älter, jünger?
Anne Hufnagel:
Das war ihr so ganz gezielt, war sie da eigentlich auch nicht. Eine Frau war ihr schon wichtig, so, aber es war ihr auch, also da ist sie irgendwie offen, sagt sie auch. Also so, da ist sie jetzt, könnte doch jetzt jemand Jüngeres sein, da war sie jetzt gar nicht so streng.
Claudia Mattheis:
So, angenommen, ich sage jetzt, boah, ich habe jetzt hier auch ein großes Zimmer und fühle mich ein bisschen alleine in meiner Wohnung. Die ist mir vielleicht jetzt gerade auch zu teuer geworden. Also ich interessiere mich für euer Angebot und ich gehe auf eure Webseite. Was passiert dann? Was mache ich dann? Erzähl mal, wie sind so die einzelnen Schritte? Also einmal für mich jetzt als Vermieterin und einmal für mich als Suchende.
Anne Hufnagel:
Also als Vermieterin, ich melde mich halt einmal an, so mit meinen Daten. Das ist quasi auch hinter einer— also alles, was ich dort eingebe, ist natürlich geschützt und nicht einsichtig für andere und einfach, was ich für ein Zimmer habe, was ich für eine Miete möchte. Und dann gebe ich irgendwie auch ein, wo das ist, also welche Stadt, welcher Stadtteil und auch, was ich so für Interessen habe und so schon mal so ein bisschen erzählt, ein bisschen was über mich. Also je mehr man erzählt, umso besser ist dann vielleicht auch das Matching. Und was ich mir für eine Mieterin wünsche, das gebe ich mir natürlich dann auch ein. Also das gebe ich ein, dann sage ich, was für ein Alter, was für ein Geschlecht, was ich mir wünsche, dass die sauber sind und sportlich, einfach schon so ein paar Sachen an Hobbys und so, die man schon mal so, was man sich vorstellt. Und auf der Mieterseite ist das eben genauso, dass die dann eingibt, so, ich möchte nach Berlin ziehen oder nach München oder nach Köln. Das sind die 3 Städte, wo wir gerade aktiv sind, und sagt dann auch da, was ich mir da so vorstelle und so was ich für ein Budget habe und ob ich vielleicht auch ein bisschen Hilfe anbieten kann. Das kann auch was sein, dass man sagt, man hat da auch irgendwie, genau, könnte auch sich ein bisschen Hilfe vorstellen, falls da das Thema ist, auch auf der Vermieterseite. Genau, und das gibt man alles ein und dann matcht das System und schlägt dann vor.
Claudia Mattheis:
Ist dieses Matching ja menschengeneriert oder KI-generiert? Also guckt ihr euch das selber an? Also wie funktioniert das?
Anne Hufnagel:
Also es ist natürlich ein System, ist ein Algorithmus dahinter. So, das sind ja auch alles sehr Nullen und Einsen und Daten und Fakten. Aber wir gucken da auch immer rein. Also es ist so, wir haben eine Kollegin, die sich komplett um dieses Matching kümmert, die auch mit den Vermieterinnen, sind in der Regel Frauen, also 90% unserer aktuell sind irgendwie weiblich, eher auf der Vermieterseite, aber die auch mit denen telefoniert. Da gibt es teilweise noch Fragen und Unsicherheiten und so, dass wir dann einfach auch gerade auf der Vermieterseite noch viele Gespräche führen. Da lernen wir auch viel, was so die Herausforderungen und Bedürfnisse sind.
Claudia Mattheis:
Genau. Okay, so, jetzt sind wir an dem Punkt, es gibt jetzt ein Match. Ich habe jetzt als Vermieterin eine potenziell passende Mieterin gefunden. Was passiert dann?
Anne Hufnagel:
Dann lernt man sich kennen.
Claudia Mattheis:
Richtig analog oder digital?
Anne Hufnagel:
Also aktuell analog. Es gibt die Möglichkeit, weil man vielleicht sagt, da kommt eine Mexikanerin, die kommt irgendwie zum Studium nach Deutschland und sucht ein Zimmer. Und dann könnte man natürlich auch so einen Videocall machen oder so. Solche Optionen gibt es auch. Die hatten wir bisher noch nicht, ist aber was, was wir anbieten können. Also man lernt sich dann tatsächlich kennen. Also dann kommt die auch in der Regel dann vorbei und guckt sich das Zimmer an, man lernt sich kennen und dann muss man gucken, ob die Chemie dann stimmt.
Claudia Mattheis:
Okay, wie begleitet ihr den Prozess außerdem noch? Weil das ist ja auch vieles, Juristische zu bedenken auch. Also gibt es da noch darüber hinaus einen Service von euch?
Anne Hufnagel:
Also wir sagen erst mal, haben wir einen Untermietvertrag, den wir standardmäßig vorschlagen. Also wenn es da Fragen gibt, Unsicherheiten gibt, auch wie das steuerlich ist, gibt es da irgendwelche Hürden und so. Das heißt, das sind alles Dinge, die wir beraten dann, weil es ist ja in erster Linie für die Vermieterinnen und Vermieter so. Genau, da sind wir an der Seite und geben da einfach auch Beratung oder auch dieses: Darf ich wirklich untervermieten? Wie ist das mit meinem Vermieter? Dann gucken wir auch, wie ist die Situation mit dem Eigentümer? Also was für eine Art von Eigentümer ist das? Weil er auch manchmal Unsicherheiten sind, weil auch Mieter dürfen untervermieten. Also das darf man eigentlich gar nicht einschränken, aber das gucken wir uns dann einfach im Detail noch mal an. Genau so ist das dann.
Claudia Mattheis:
Und wer zahlt für diesen Matching-Auftrag?
Anne Hufnagel:
Seit einem Jahr sind wir mit der Plattform am Markt. Das heißt, wir lernen ganz viel und gucken natürlich so, was ist der Bedarf und wie können wir das am Markt richtig gut etablieren? Es ist so, dass die Vermieterin, der Vermieter zahlt eine halbe Monatsmiete. Das ist aktuell der Stand bei erfolgreichem Match. Also bis dahin zahlen die nichts. Und wenn die dann sagen, so, jetzt junge Frau zieht ein, dann gibt es quasi zahlt die meinetwegen 500 € für das Zimmer und die Vermieterin zahlt dann also für das warme Zimmer 250 € bei der ersten Monatsmiete, gehen dann an uns für den ganzen Service. Das war’s. Wir sind aber die ganze Zeit weiter quasi in Kontakt und machen Mediation, wenn es Probleme gibt. Auch das ist immer ein Thema, dieses: Wie ist denn das, wenn es mir nicht gefällt? So, was mache ich denn dann? Und dann fühle ich mich alleine. Das ist genau das, wo wir ermutigen möchten und sagen so: Hey, du bist nicht alleine, wir können dich unterstützen. Also dass wir schon vorher auch ganz viel quasi so Tipps und Tricks, wie wohne ich in einer Wohngemeinschaft, dass wir da schon begleiten und die Tipps und Tricks mitgeben, aber dass man auch weiß, man ist da nicht alleine. Und das sind natürlich auch weiter unsere Kundinnen und Kunden, weil die dann, wenn die Mieterin dann nach einem Jahr, ist das so durchschnittlich, dann wieder auszieht, ja sagen, hey, also das ist auch unsere Erfahrung, auch viel aus den Niederlanden und aus Frankreich, dass sie dann auch wieder vermieten, dann auch sagen so, hey, ich habe einen Monat Pause gemacht, ich habe jetzt wieder Lust, ich habe ja ein Zimmer frei und irgendwie war es eh voll nett und so. Also es sind wirklich, also die Leute machen da wirklich sehr positive Erfahrungen und sagen so, jetzt könnte ich noch mal wieder untervermieten.
Claudia Mattheis:
Das wäre auch meine Frage jetzt gewesen, wie lange dauert denn etwa so ein Untermietvertrag? Also ist dann schon was Längerfristiges, also nicht nur einen Monat, sondern schon auch mehrere Monate im Schnitt?
Anne Hufnagel:
Ja, genau. Also das ist schon die Idee. Das ist natürlich immer eine Sache, wie es dann auch die Lebenssituation ist, auch gerade der Mietenden, so dass sie dann sagen, so, jetzt ziehe ich wieder weiter, oder ich bin nur für ein halbes Jahr jetzt in Berlin, mache da ein Praktikum und dann komme ich mal, wohne dann so. Das gibt es auch und das ist für einige der Vermieterinnen auch interessant, dass sie sagt, ach ja, für ein halbes Jahr, so, das passt doch ganz gut. Da ist irgendwie von bis. Andere wohnen da schon ein Jahr länger. Viel länger haben wir natürlich noch nicht die Zahlen, weil wir es ja auch erst seit einem Jahr so richtig aktiv betreiben. Genau, aber da haben wir auch Zahlen aus anderen Ländern, die ganz spannend sind. Deshalb ist so der Durchschnitt wohl 12 Monate.
Claudia Mattheis:
Ja. Wie alt sind im Durchschnitt die Vermieter:innen und wie alt die Mieter:innen?
Anne Hufnagel:
Das ist tatsächlich auch von bis. Also wir haben eine Vermieterin, die ist 90, Die ist total fit und wird jetzt auch zum zweiten Mal wieder weiter vermieten. Das heißt, mit der sind wir sehr eng. Die hat eine sehr enge Betreuung von uns, weil sie einfach gar nicht digital ist. So, das machen wir. Die ist natürlich auch so eine unserer ersten Vermieterinnen gewesen. Das heißt, sie hat eine besondere Betreuung. Und das heißt, dann haben wir aber auch gerade aus Berlin eine alleinerziehende Mutter, die sich letztens gemeldet hat und gesagt hat, so, hey, ich möchte gerne das Zimmer untervermieten. Ich habe gar keine Zeit, mich zu kümmern. Mein Mann ist ausgezogen. Ich möchte aber gerne die Wohnung halten. So, könnt ihr da unterstützen? Und so, Dass man dann sagt, auch da, dann auch die sind herzlich willkommen. Deshalb ist das von bis. Durchschnittlich ist es wahrscheinlich so in der Menge mehr so 70, 60 bis 70 ist wahrscheinlich da, wo es sich dann so am meisten häuft. Und bei den Mietenden häuft es sich auch am meisten so Anfang bis Mitte 20, die einfach neu in die Stadt kommen zum Studieren, junge Berufstätige, Auszubildende, Praktikum und so weiter. Da häuft es sich am meisten, wenn wir jetzt so das diese Zahlen sehen möchtest. Genau. Aber es gibt auch die in meinem Alter, die sagen, oder wir haben auch Leute, auch Frauen, die dann sagen, hey, ich ziehe nach München zu meinem Sohn, der hat aber gar keinen Platz und ich würde gerne und ich bin irgendwie 70 und ich würde gerne in Gemeinschaft wohnen oder weil ich will ja, ich habe irgendwie jetzt gar nicht so dann ein ganzes Apartment anmieten, sondern will so ein bisschen flexibel bleiben. Das gibt es natürlich auch.
Claudia Mattheis:
Also klar, das ist dann so der Klassiker, aber theoretisch wäre das doch auch perfekt, um so eine ganze Senioren-WG, Senioren-WG ist auch ein blöder Name, aber so eine Wohngemeinschaft einfach mit mehreren Bewohnerinnen zu machen. Habt ihr so was auch schon vermittelt?
Anne Hufnagel:
Wie gesagt, wir haben schon mal eine ältere an eine ältere vermittelt, aber jetzt nicht so mit ganz vielen. Das hatten wir bisher noch nicht. Also es gibt dann schon mal auch, dass sich jemand meldet und 2 Zimmer hat und dann ist es vielleicht mit Alleinerziehenden oder da ziehen dann 2 ein. Das gibt es schon. Aber wir haben jetzt das, also unser Fokus ist gerade noch so in dieser Anfangszeit, wo wir einfach noch sind, schon auf diesen generationenübergreifenden, wo wir am meisten, also es sind auch mehr Anfragen bei den Jungen, die einfach suchen, und bei den Älteren, die Wohnräume haben. Das ist schon in der großen Masse der Bedarf.
Claudia Mattheis:
Ja, der muss halt einfach noch ein bisschen bekannt werden. Ja, also da sorgen wir jetzt dann auch mit zu und hoffen, dass wir euch da unterstützen können. Jetzt habt ihr ein Jahr Erfahrung. Jetzt würde mich natürlich interessieren, was hat richtig gut funktioniert und was gar nicht? Gab es so Erlebnisse, wo du sagtest, boah, genau dafür haben wir es gemacht? Oder aber auch, oh Gott, hätten wir das vorher gewusst?
Anne Hufnagel:
Also wir haben schon so 2 Erfahrungen gemacht, dass dann quasi die Person auch wieder ausziehen musste. Also das quasi, das lag dann daran, dass die Jüngere Person einfach sich auch an Abmachungen nicht gehalten hat. Also das war sehr am Anfang so einer der ersten Matches. Das war ein junger Mann, der ist irgendwo aus dem bayerischen Hinterland nach München gezogen und hatte irgendwie ganz andere Vorstellungen davon, wie man irgendwie in der Stadt sich verhält. Und es ist dann eben eine Dame, eine wirklich sehr schicke Dame, die das dann, also da hat es dann irgendwie nicht so richtig gepasst. Das hätten wir wahrscheinlich besser wissen können. Da haben wir dann viel gelernt. Sind ja auch so, diese Dinge sind ja irgendwie gut zum Lernen und da auch genauer zu arbeiten oder noch mal ein bisschen besser zu verstehen, wie die so ticken. Oder auch bei einer anderen jungen Frau, die sich auch gar nicht an Abmachungen gehalten hat. Da war schon so dieses Bauchgefühl da. Man hatte dann so gesprochen und das war schon so, dass der Kollege Philipp macht das ja, dieses ganze Matching. Das ist ja gar nicht so mein Bereich, das ist ja Philipps, also Philipps Bereich. Und da hatte er schon gesagt, er hat sich das— manchmal spürt man das schon so, dass es dann doch nicht irgendwie so passt. Und dann war das aber doch von der Vermieterin der Wunsch, dass es doch ganz gut ist. Und dann haben wir es auch gemacht und da vielleicht auch noch mal mehr drauf zu hören, wenn wir schon merken, Also manchmal nicht so schnell zu sagen, das passt jetzt, sondern dann vielleicht doch noch mal zu schauen.
Claudia Mattheis:
Ja, und eine richtig gute Geschichte?
Anne Hufnagel:
Genau, also meine Lieblingsgeschichte ist schon die von der alleinerziehenden Mutter, die da quasi mitten in Neuhausen, also das ist in München ein sehr teures Wohngebiet, da wirklich sehr günstig mit ihrem Kind eingezogen ist und die sich jetzt so über diese 3 Generationen unterstützen, wo wirklich das Kind dann auch mal zu der älteren Dame geht und so. Das finde ich irgendwie total schön. Dann haben wir auch eine Geschichte von einem jungen Afghanen, der zu einer Frau auch an den Münchner Stadtrand gezogen ist, ist und dort jetzt eben total gut ankommt. Auch so dieses nicht nur generations-, sondern auch kulturverbindend. Die sagen, es ist auch demokratiefördernd. Das finde ich jetzt auch super spannend, was da so passiert. Wir haben jetzt einfach auch lange mit der Stadt Dresden zum Beispiel telefoniert, die auch super interessiert ist, so da mit uns zusammenzuarbeiten, wo wir jetzt schauen, wie wir es machen, weil das ja auch da an der Stelle jetzt auch einfach Signale zu setzen: Hey, wir bringen Generationen und wir bringen auch Menschen über Kulturen und über Sprachen in weg zusammen und indem man einfach eine Plattform und eine Möglichkeit schafft. Es ist wahnsinnig, also das bewegt dann schon auch jedes Mal so mein Herz.
Claudia Mattheis:
Ja, absolut. Also auch schöne Geschichten. Zu den Kommunen komme ich auch gleich noch mal, aber ich möchte jetzt noch mal ganz kurz bei den Vermieterinnen und Vermietern bleiben. Was gibt es denn so für Vorbehalte? Was ist denn so das, wo die Leute die meisten Ängste haben?
Anne Hufnagel:
Also Privatsphäre ist so die größte Angst, also auf beiden Seiten. Also wir haben jetzt auch, es war ganz interessant, irgendwie die Fresenius-Hochschule, die haben für uns so ein kleines Projekt gemacht, so ein paar Studentinnen, und sich mal auch ganz viele Interviewfragen gestellt auf der Straße, also ob sie Gemeinschaft kennen, das war in München, oder wie sie zu gemeinschaftlichem Wohnen stehen. Das war eine ganz spannende Auswertung, auch gerade mit vielen jungen Leuten gesprochen. Und das war jetzt so, wie gesagt, auf einem kleinen Level. Und aber dieses Privatsphäre, gerade bei Männern, ist interessant. Frauen sind viel offener, auch junge Frauen. Und bei Männern so dieses, oh nee, und ich brauche da irgendwie meine Privatsphäre und ich kann mir das nicht so richtig vorstellen. Was ganz spannend ist, dass dass dann, sobald wir in diese Matches kommen, dass die Leute dann eher sagen, ach, es ist irgendwie, habe ich ja total meine Privatsphäre. Es ist häufig in den Erfahrungen dann, dass sehr positiv bewertet wird, dieses, man kann sich super zurückziehen und es gibt dann einfach Abmachungen und jeder gibt ja dem anderen auch den Raum. Deshalb Privatsphäre ist auf jeden Fall da und ich muss jetzt nicht quatschen. Das war auch so eine ganz süße Geschichte von der jungen Mutter mit der älteren Dame. Die sagt dann einfach auch so, du, ich habe jetzt keine Lust, sagt die, Sagt die ältere Dame, ich habe jetzt keine Lust zu reden, so, ich bin ja am Stricken oder ich möchte jetzt gerade. Und dann ist es auch völlig okay, so einfach da auch so geradeaus zu sagen, so, hier, ich bin jetzt irgendwie so, so, und dann genau einfach so gucken, wie man da miteinander umgeht. Und Erzählungen sind nachher positiv, aber es ist erst mal eine Angst. Also Sauberkeit klar, aber noch mehr dieses Thema Privatsphäre.
Claudia Mattheis:
Ja, kann ich mir auch gut vorstellen. Und vermutlich wird das so mit zunehmendem Alter vielleicht auch schwieriger, dass man sich öffnet und jemanden noch mal so nah an sich in sein Leben auch reinlässt. Also dass man diesen Schritt gehen muss, wenn man nicht alleine sein will, dass man halt schon auch ein bisschen was so von seinem bisherigen Leben ja aufgeben muss, um was Neues zu entdecken.
Anne Hufnagel:
Ja, absolut. Also es ist auch ein Schritt und natürlich sind wir damit angetreten, auch Menschen einfach zu ermutigen oder dafür zu begeistern. Und jeder ist ja auch, darf das auch selbst für sich entscheiden, ist ja klar. Also es gibt ja auch nicht so, dass man denkt, oh Gott, ist das jetzt irgendwie der neue Trend und ich muss, sondern nein, es ist einfach ein Angebot für die, die auch sagen, das ist was für mich und ich könnte mir das vorstellen. Ich möchte es einfach mal ausprobieren.
Claudia Mattheis:
Genau, man muss es ja nicht für immer machen. Wenn man merkt, das funktioniert gar nicht, kann man ja auch wieder sagen, nee, das war jetzt mal ein Versuch, aber ich ist dabei. Du hattest vorhin angesprochen, dass du auch in Dresden warst, und ich weiß aus unserem Vorgespräch, dass ihr Kommunen immer stärker auch ansprecht, und die sind ein sehr wichtiger Multiplikator auch für euch. Warum braucht ihr die so sehr oder warum brauchen die euch? Welche Probleme könnt ihr gemeinsam lösen?
Anne Hufnagel:
Es ist so, dass wir, wie gesagt, wir sind in München, haben jetzt hier ganz viel getestet und sind da aktiv. Und der Oberbürgermeister hat ja auch schon ein Video mit uns zusammen gemacht, und der ist jetzt ja neu angetreten und sagt auch, dass er unser Projekt unterstützen wird. So, und in Berlin und in Köln sind wir schon aktiv, Aber da machen wir so Soft-Launch, da testen wir auch ganz viel. So, und jetzt haben wir gemerkt, dass einfach Städte auf uns zukamen, auch aus dem Münchner Umland, auch kleinere Städte sogar, die sagen, wir haben hier so ein Problem. Also einmal das Thema Fachkräftemangel, Fachkräfte, die keinen Wohnraum finden. Es sind ja nicht nur die Studierenden, sondern irgendwie alle möglichen, ja, auch Fachkräfte, Talente. In der Stadt Rosenheim haben wir da auch zu gesprochen, dass die sagen, wir haben so tolle Arbeitgeber und so einen tollen Mittelstand, aber Talente können keinen bezahlbaren Wohnraum finden, weil auch Rosenheim ist zum Beispiel mittlerweile sehr, sehr teuer. Und dass man da einfach schaut, wie kann man darüber einfach den unsichtbaren Wohnraum aktivieren, Menschen begeistern zu sagen: So, hey, ich könnte doch Wohnraum teilen und dafür dann auch Talenten zumindest zum Ankommen. Das ist ja auch das Ding, dass dann viele sagen: Hey, da können erst mal national, international, wie auch immer Menschen erst mal in der Stadt gut ankommen, sind da auch nicht alleine. Auch das ist das genau gegen dieses Thema Wohnraummangel, aber auch gegen das Thema Einsamkeit. Einfach viele ältere Menschen, die alleine leben und auch die jüngeren Menschen, die auch sich einsam fühlen. Das sind ja auch mittlerweile Statistiken und Zahlen, die ganz klar sagen: Ein junger Mensch, der im Winter nach Berlin kommt und dort in einer Schuhschachtel wohnt, ist halt auch nicht schön.
Claudia Mattheis:
Gar nicht. Berlin im Winter, keine Empfehlung.
Anne Hufnagel:
Nein, genau so, da kann man schon Depressionen kriegen. Und das ist ja in München und in allen anderen Städten ja auch nicht anders. Also wenn da irgendwie im Winter und man ist da erst mal alleine oder man ist auch nicht, auch das kriegen wir mit von jungen Menschen. Nicht alle sind die Party People und wollen dann abends zu Hause noch ewig feiern und so, sondern finden es auch ganz nett, zu Hause zu sein und da auch ein bisschen Ruhe zu haben und anzukommen. Und das ist ja bei einer älteren Person dann auch eher gegeben, nicht bei Gleichaltrigen, wo man sich dann auch noch nach der Uni und so weiter da auch noch profilieren muss. Also das sind auch Feedbacks, die wir bekommen. Das ist so von der Seite der Nutzer. Und die Kommunen haben einfach die Herausforderung, insbesondere den Wohnraum zu schaffen. Und wir sind da einfach ein weiterer, einfacher, schneller Hebel. So, also schnell, schnell auch nicht. Man muss erst mal Kommunikation betreiben, dass Menschen wissen, das ist eine Option, das könnte ich ja irgendwie machen, das Angebot. Und auch das braucht immer mehrere Touchpoints. Das weiß man ja, die Leute müssen das hier hören, da hören und noch mal dann irgendwie Geschichten dazu hören. Und dann sagt man: Ach, guck mal, jetzt ist doch vielleicht was für mich. Und das braucht schon so ein bisschen Zeit, um das zu etablieren. Und für uns ist es eben so, dass wir jetzt sagen, so, wir gucken jetzt so nach Pilotkommunen und da reden wir wirklich mit vielen. Also, wir haben da wirklich sehr viel Rücklauf, dass die Kommunen sagen, das ist total ein tolles Angebot für unsere Stadt. Wir lösen dadurch nicht den Neubau und wir lösen damit nicht die große Wohnraumkrise, aber es ist einfach ein weiteres Angebot zu dem, was machbar ist. Und genau, da schauen wir jetzt gerade nach diesen Pilotkommunen. Es ist natürlich so, dass die finanzielle Lage prekär ist, einfach auch der Kommunen. Das ist ja auch bekannt. Die haben wir jetzt auch letztes Jahr sagen, groß gestreikt. Das heißt, da gibt es wenige Kommunen nur noch, die nicht pleite sind. Deshalb schauen wir da auch so, wie kriegt man das zusammengestrickt mit Partnerschaften und so, dass wir in Kommunen starten können? Ja, und da sind wir gerade sehr aktiv in Gesprächen und das ist super spannend. Und dass man dann natürlich guckt, dass man es so ausrollt und sagt, in der Stadt wie jetzt Dresden, wie kriegt man das da quasi in Zusammenarbeit mit der Stadt und Seniorenvereinen, Universitäten, Handwerkskammern und so, wie kriegt man das irgendwie hin, damit es bekannt wird? Und das sind ja auch viel Offline-Kommunikation, auf dem Marktplatz stellen, Flyer einwerfen, so alles Mögliche, aber dass die Menschen einfach davon erfahren und damit sympathisieren. Genau.
Claudia Mattheis:
Aber letztendlich löst ihr dann ja schon das Problem. Ihr schafft keinen neuen Wohnraum, ihr macht den aber besser nutzbar und tut auch etwas gegen Einsamkeit und letztendlich auch dafür, dass Menschen auch länger selbstbestimmt zu Hause wohnen bleiben können oder eben überhaupt erst mal ankommen können, vielleicht in ihrem neuen Wohnort und Fuß fassen können, vielleicht auch in einem neuen Land, wenn sie aus dem Ausland kommen. In welchen Städten seid ihr heute schon aktiv? Und was ist so als Nächstes geplant? Also deutschlandweit ist schon mal, glaube ich, gesetzt. Das ist so das große Ziel. Aber was sind so die Städte, wo es euch schon gibt?
Anne Hufnagel:
Genau. Also uns gibt es jetzt gerade schon in München und in Berlin und in Köln. Da sind wir gerade aktiv. Also Berlin, es hat sich einfach auch durch eine Partnerschaft ergeben. Und in Köln sind wir, weil der Philipp und ich, wir haben beide Kölner, also er richtig Kölner Wurzeln. Ich habe viele Jahre in Köln gelebt. Das heißt, da haben wir irgendwie eine sehr gute Verbindung und sind deshalb dort schon ganz da irgendwie so Family und Friends uns dort unterstützt. So, und jetzt sind wir eben dabei, und da passiert gerade auch einiges, auch gerade in Köln, ist sehr spannend. Und jetzt sind wir gerade dabei, eben mit Kommunen zu sprechen, und das ist natürlich noch nicht klar, weil wie gesagt, jetzt habe ich gerade, heute rede ich von Dresden, letzte Woche hätte ich dir von Mannheim erzählt, die auch wahnsinnig interessiert sind, und das auch, also da gibt es jetzt, ich glaube, es ist wahrscheinlich fast keine Stadt, die das nicht super spannend findet, auch Lübeck und Hildesheim, also das ist sehr breit.
Claudia Mattheis:
Aber ich meine, der Vorteil ist ja, dass die Kommunen vermutlich gar nicht so viel machen müssen, um euer Angebot anzubieten. Also die müssen ja keine Gesetze ändern großartig, die müssen keine neue Abteilung schaffen, oder das ist nicht von irgendwelchen Genehmigungen oder Steuergeldern irgendwie abhängig, sondern letztendlich kann sich doch jeder drüber freuen, wenn ihr euer Angebot bei denen ausrollt.
Anne Hufnagel:
Ja, das schon. Aber wir brauchen schon eine Art Finanzierungspartner. Wenn wir jetzt, sagen wir mal, in Augsburg starten, dann bräuchten wir schon mal am Anfang, verdienen wir ja noch kein Geld. Das dauert ja so ein bisschen. Jetzt gerade trägt uns noch eine Förderung vom Bundeswirtschaftsministerium. Das heißt Nachhaltig Wirken. Da geht es darum, einfach gemeinwohlorientierte Unternehmen werden dort gefördert und wir sollen dieses Thema, weil das ist ja eigentlich ein bundespolitisches Thema, quasi an den Markt bringen. Dieses: Ich kann doch eigentlich auch in Gemeinschaft wohnen und Wohnraum teilen und so weiter. Das ist natürlich was, was schon auch die Gesellschaft bewegt. Und so ist es jetzt die Sache, wenn wir jetzt— deshalb schauen wir schon nach den Kommunen, wo wir es finanziell zusammen, zumindest für den Start, für den Piloten da auch eine finanzielle Spritze kriegen. Und da schauen wir halt, wie das geht. Über welche Art von Partner wir das möglich machen können und welche Städte auch wirklich sagen, sie haben so richtig Bock. Weil auch da ist natürlich schon gefragt, dass die auch mitkommunizieren, auch mit, dass über ihre Wege, ihre Plattform, ihre Seniorenberater und so weiter das natürlich auch richtig reinkommuniziert, weil dann entsteht eine Energie.
Claudia Mattheis:
Und habt ihr auch finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft oder von irgendwelchen anderen Verbänden?
Anne Hufnagel:
Nee, von Verbänden haben wir jetzt keine Unterstützung.
Claudia Mattheis:
Oder Krankenkassen, mittelständischen Unternehmen, die vor Ort aktiv sind, oder von irgendwelchen Clubs oder wie auch immer. Also, es gibt ja so ganz viel auch mit einem gemeinwohlorientierten Ansatz.
Anne Hufnagel:
Ja, da sind wir jetzt in Gesprächen, dass wir jetzt natürlich so schauen, was sind die Städte und wie schaffen wir in dieser Stadt dann genau, da guckt die Stadt auch und wir gucken gleichzeitig, was gibt es da für Partner? Da haben wir auch ein Unternehmen aus Köln, das vielleicht sagt, sie könnten sich das vorstellen, dass sie das mit begleiten und sagen, wir wollen, dass das natürlich auch für Unternehmen interessant zu sagen, wir wollen, dass dieser Standort jetzt einfach gemeinschaftlich wohltätig und gegebenenfalls ist es ja eben auch Sichtbarkeit für das Unternehmen, sondern es ist ja eben auch ein total soziales Thema, keine Frage. Ja, man schafft einen Impact.
Claudia Mattheis:
Ja, viel Kommunikationsarbeit, die da noch vor euch liegt.
Anne Hufnagel:
Ja.
Claudia Mattheis:
Okay, also da gibt es noch viel zu klären, und ich bin gespannt, wie sich euer Unternehmen weiterentwickeln wird. Aber jetzt erstmal zum Schluss meine allerliebste Lieblingsfrage: Wie möchtest du selbst in Zukunft leben und wohnen?
Anne Hufnagel:
Ja, in Gemeinschaft.
Claudia Mattheis:
Ja, das ist die einzige Antwort, die überhaupt funktioniert.
Anne Hufnagel:
Das ist schon auch klar, Also ich würde das so, ich finde auch gerade dieses, genau so mit Gleichaltrigen, vielleicht auch noch mit mehreren, so dieses ist ja was, was auch sehr auch die Menschen sehr umtreibt. Das finde ich auch gerade Menschen unserer Generation, die dann, oder die Boomer ja dann auch noch mal viel mehr, die sagen so, ich möchte nicht altern wie meine Mutter, die alleine irgendwie da lebt in dem Haus, im großen Haus, sondern was ist so die Form für mich? Und das sehe ich absolut auch so. Und das finde ich jetzt, also ich lebe es ja jetzt schon und so würde ich es auch weiterleben. Es können auch jüngere Menschen sein, das ist gar nicht so, Jetzt kann ich mir jetzt gerade, bin ich irgendwie offen. So, das ist auch das, was wir eben sagen, dass es gar nicht, sagen wir mal, Alter auch, Alter ist irgendwie egal. Es hat eher so mit Persönlichkeit zu tun und ob man jetzt gleich alt ist oder 20, 30 Jahre Unterschied hat, das hat eher damit zu tun, wie man auch zusammen tickt. Das finde ich auch sehr spannend.
Claudia Mattheis:
Ein wunderbares Schlusswort. Herzlichen Dank für dieses großartige Gespräch. Links zu eurem Unternehmen, zu eurer Plattform und zu deinem LinkedIn-Profil sind wie immer in den Shownotes. Herzlichen Dank, liebe Anne.
Anne Hufnagel:
Dankeschön, liebe Claudia.
Claudia Mattheis

Claudia Mattheis (Jahrgang 1966) bringt mit 30 Jahren Führungserfahrung als Geschäftsführerin einer Werbeagentur und Chefredakteurin von Print- und Online-Medien strategische Expertise und ein starkes Netzwerk mit. Diese Kombination bildet das Fundament für ihre Mission: LIVVING.de zur führenden deutschsprachigen Plattform für Wohnen & Leben 50plus zu entwickeln. Ihre Leidenschaft für zielgruppengerechte Kommunikation verbindet sie mit einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse der Generation 50plus. Als versierte Netzwerkerin schafft sie Verbindungen zwischen Partnern, die gemeinsam die Lebenswelt einer wachsenden demografischen Gruppe neu denken wollen. Mit ihrem Mann Siegbert Mattheis lebt sie in Berlin-Prenzlauer Berg.











