Eine Frau mit hellem Haar küsst einen schwarzen Hund auf die Lippen und genießt den Moment, als würde man eine Rente planen.

Interview mit Anja Goerz: Dating 50plus und was dies mit Dessous, Dorsch, Desaster zu tun hat 5/5 (2)

Nach 32 Jahren in Beziehungen hat sich die Radiomoderatorin ins Online-Dating gestürzt und darüber ein Buch geschrieben. Ein humorvoller und ehrlicher Blick auf Neuanfänge mit Mitte 50 und ein Plädoyer fürs Alleinsein.

Warum wir Anja Goerz eingeladen haben

Anja Goerz’ Stimme kennen viele aus dem Radio, bis 2016 war sie bei RadioEins, aktuell moderiert sie bei Bremen 2 die Frühsendung zwischen 6 und 10 Uhr. Mit ihrem neuen Buch „Dessous, Dorsch, Desaster, Dating 50plus“ hat sie uns direkt angesprochen. Denn dieser Roman-Ratgeber-Hybrid erzählt mit viel Humor und großer Ehrlichkeit genau von dem, worüber viel zu wenig gesprochen wird: Neuanfang mit Mitte 50. Nach der Trennung von ihrem Mann zog sie zurück in ihre nordfriesische Heimat Niebüll und wagte sich ins Online-Dating. Ihre Erfahrungen sind nicht nur ein kluger Blick auf die Absurditäten des digitalen Datens, sondern auch ein starkes Plädoyer für das Alleinleben und für weibliche Selbstbestimmung jenseits der 50. Genau über diese Themen wollten wir mit ihr sprechen.

Eine Frau mit grauen Haaren und einem Bowie-Shirt steht für ein Interview am Mikrofon und hält einen Becher im Stil von Anja Goerz.

Die wichtigsten 5 Erkenntnisse aus dem Gespräch

  1. Finanzielle Unabhängigkeit verändert alles: Trennungen mit 50plus sind heute möglich, weil Frauen finanziell auf eigenen Beinen stehen können, eine Freiheit, die frühere Generationen nicht hatten.
  2. Heimat als Geschenk: Die Rückkehr in den Heimatort kann ein enormer Gewinn sein. Freundschaften aus der Jugend, besonders aus der Zeit zwischen 14 und 18, lassen sich oft nahtlos wieder aufnehmen.
  3. Dating-Apps sind ein Minenfeld: Fischfotos, Rechtschreibfehler und plumpe Anmachen dominieren die Dating-Welt 50plus. Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung ist oft erschreckend groß.
  4. Männer und Frauen altern unterschiedlich sozial: Während Frauen oft gut vernetzte soziale Strukturen aufbauen, leben viele Männer im Alter isolierter. Freundschaften müssen früh gepflegt werden.
  5. Alleinsein kann die bessere Wahl sein: Nach 32 Jahren in Beziehungen hat Anja Goerz gelernt, ein erfülltes Leben braucht nicht zwingend einen Partner, aber unbedingt Freunde in Reichweite.

Warum trennen sich mit 50 so viele Paare und warum gerade jetzt?

Finanzielle Unabhängigkeit macht den Unterschied

Anja Goerz beginnt ihr Buch mit einer Beobachtung, die viele aus ihrem Umfeld bestätigen können. Auf die Frage, was mit unserer Generation los sei, antwortet sie: „Ich glaube einfach, dass das auch früher schon so gewesen wäre, wenn Frauen früher die Möglichkeit gehabt hätten.“

Der entscheidende Unterschied zu früheren Generationen liegt in den veränderten Lebensumständen. „Wir sind ja heute in einer ganz anderen Situation. Wenn man sich mal das Finanzielle anguckt, gibt es viel mehr Frauen, die sagen können, ich ziehe jetzt aus, ich miete mir eine eigene Wohnung.“ Auch der Faktor Kinder spielt eine Rolle: „Die Kinder sind oft richtig aus dem Haus, während die vielleicht früher in der Nähe waren.“

Sie selbst war zweimal verheiratet und durchgehend in Beziehungen. „Ich hab das erste Mal sehr früh geheiratet, mit 21 schon. Die zweite Beziehung hat 28 Jahre gedauert und dann war ich irgendwann an dem Punkt, wo das für mich nicht mehr so funktioniert hat.“ Die Entscheidung reifte über längere Zeit: „Ich war dann eine Weile alleine in Nordfriesland und hab gemerkt, wie gut es mir alleine geht, wie wohl ich mich fühle, wie wenig anstrengend das ist.“

Ehrlich fügt sie hinzu: „Ich habe mich oft einsam gefühlt in den Wochen und Monaten danach. Ich habe aber diese Entscheidung nie bereut.“

Buchumschlag mit einem Cartoon-Fisch in einem Cocktailglas, Herzen und "Dessous Dorsch Desaster"-Rente planen Humor.
Buchtipp: Dessous, Dorsch, Desaster: Warum Dating mit 50+ keine Katastrophe sein muss

Ist die Rückkehr in die Heimat mit über 50 ein Geschenk oder ein Risiko?

Wenn alte Freundschaften nahtlos weitergehen

Anja Goerz wagte einen Schritt, den viele für riskant halten würden: Sie zog zurück nach Niebüll, in ihre nordfriesische Heimatstadt. Was zunächst nach Rückzug klingt, entpuppte sich als großer Gewinn. „Ich bin da hingekommen und hatte ein Klassentreffen und habe da viele wieder getroffen, die ich also schon über 40 Jahre lang kenne.“

Besonders eine Freundschaft entwickelte sich überraschend: „Ein Mann aus meiner ehemaligen Clique, auch genauso alt wie ich, war auch von seiner Frau getrennt und wir haben ganz, ganz viel gemacht. Der ist inzwischen einer meiner allerbesten Freunde.“ Auch zu ihrer besten Freundin aus Realschulzeiten fand sie den Kontakt wieder: „Da hat sich das fast nahtlos wieder angeschlossen. Und wir haben über 30 Jahre gar keinen Kontakt gehabt.“

Ihre Erklärung für dieses Phänomen ist berührend: „Ich glaube, dass diese Zeit zwischen 14 und 18 eine sehr besondere Zeit ist und dass die Menschen, mit denen man in dieser Zeit Kontakt hat, irgendwie ganz tief im Herzen sind.“

Und es sind nicht nur Einzelfälle: „Was ich gerade in Nordfriesland jetzt erlebe, ist, dass ganz viele aus meiner alten Schulzeit zurückkommen. In meiner Straße wohnen inzwischen fünf meiner ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler und egal wo ich hingehe, ich treffe immer Leute, die ich kenne.“

Ihr Fazit: „Das ist ein Riesengewinn. Das glaube ich, ist der totale Vorteil, wenn man dahin geht, wo man gern groß geworden ist.“

Was läuft schief beim Online-Dating 50plus – und gibt es Alternativen?

Zwischen Fischfotos, Rechtschreibfehlern und der Suche nach Authentizität

Mit so vielen sozialen Kontakten stellt sich natürlich die Frage: Warum überhaupt Dating? Anja Goerz erklärt es pragmatisch: „Es gibt natürlich auf Dörfern diesen Spruch, wenn du dich zu einem Blind Date hinreißen lässt, dann triffst du entweder einen Verwandten oder jemanden, mit dem du schon mal was hattest.“ Singles seien auf dem Land rar.

Was sie in den Dating-Apps erlebte, verarbeitete sie mit viel Humor in ihrem Buch. Auf die Frage, ob Männer wirklich so viele Fischfotos in ihre Profile stellen, antwortet sie: „Ja, es gibt wirklich ganz, ganz viele Fischfotos. Für die ist das halt Hobby, und die präsentieren sich damit und für die ist das total wichtig.“

Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung beschreibt sie eindrücklich: „Ich finde das oft super peinlich, weil ich da dann zum Beispiel einen Mann sehe, wie er auf einem Schlauchboot sitzt, im Neoprenanzug, mit seinem Fisch und grinst. Und dieses Bild eignet sich aus meiner Sicht überhaupt nicht, um sich zu präsentieren.“

Besonders ernüchternd ist ihre Beobachtung zum Thema Kommunikation: „Was ich schade finde, ist diese Anzahl von Rechtschreibfehlern. Oder dass sie wirklich so in so einer Telegramm-Sprache schreiben.“ Auch die Art der Kontaktaufnahme lässt oft zu wünschen übrig: „Wenn mir ein Mann schreibt, du bist sexy, dann weiß ich, was der will und dann kann ich eigentlich auch sofort alles abstellen.“

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist für sie die neue App Cherrish: „Die ist von Frauen für Frauen entwickelt worden. Die Frauen können Freundinnen bitten, ihnen ein Profil zu machen oder sie vorzustellen.“ Der Clou: „Die Männer werden wirklich sehr liebevoll von ihren Freundinnen vorgestellt. Die Männer geben sich richtig Mühe zu erklären, warum es ihnen nichts ausmacht, falls die Frau mehr Geld verdient.“

Mittlerweile hat Anja Goerz die Apps zwar noch auf dem Handy, datet aber nicht mehr aktiv: „Ich hab im Moment auch das Gefühl, vielleicht treff ich ja mal irgendwo jemanden. Vielleicht auch nicht. Ich bin im Moment gar nicht so unzufrieden.“ Ihr Fazit ist entspannt: „Vielleicht ist auch alles so gut, wie es ist.“

Warum Sie dieses Podcast-Interview hören sollten

Anja Goerz spricht mit erfrischender Offenheit über Neuanfänge mit 50, über die Absurditäten des Online-Datings und darüber, warum Alleinsein manchmal die bessere Wahl ist. Ihr Rat: „Ich möchte in einem Umfeld wohnen, in dem Freunde nie weiter als 500 Meter entfernt sind.“
Mutmachend, ehrlich und unterhaltsam.

 

Mehr Infos:

Webseite Anja Goerz: www.anjagoerz.de

Zum Buchtipp

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Lieber lesen, als Podcast hören? Interview zum Nachlesen!

Claudia Mattheis:
Herzlich willkommen im LIVVING Podcast Studio, liebe Anja Goertz. Ich freue mich sehr, dass du heute mein Gast bist. Deine Stimme kenne ich schon seit Jahren. Bis 2016 warst du bei Radio 1 eine meiner Lieblingsmoderatorinnen. Aktuell bist du bei Bremen 2 in der Frühsendung zwischen 6 und 10 Uhr zu hören. Aber heute geht es um etwas anderes, etwas sehr Persönliches: dein neues Buch Dessous, Dorsch, Desaster, Dating 50+.

Du hast nach 32 Jahren in Beziehungen dein Leben komplett umgekrempelt, bist zurück in deine nordfriesische Heimat Niebüll gezogen und hast dich ins Online-Dating gestürzt. Was als Selbstversuch begann, wurde zu einem Roman-Ratgeber-Hybrid mit echten Erlebnissen, viel Humor und einer großen Portion Ehrlichkeit. Dein Buch ist nicht nur ein kluger Blick auf die Absurditäten des digitalen Datings, sondern auch ein starkes Plädoyer für das Alleinleben und für weibliche Selbstbestimmung jenseits der 50.

Es geht um eine Lebensphase, über die viel zu wenig gesprochen wird: Neuanfang mit Mitte 50. Ich freue mich sehr, mit dir über neue Lebensabschnitte, schräge Datingerfahrungen, soziale Netze, Fischfotos und die große Frage zu sprechen: Braucht es mit 50 plus überhaupt noch einen Partner oder reicht es manchmal, sich selbst zu genügen? Hallo, liebe Anja. Starten wir gleich.

Anja:
Hallo, was für eine tolle Vorstellung, ich bin ganz begeistert.

Claudia Mattheis:
Mit einem Zitat aus deinem Buch: Du schreibst, in meinem Umfeld trennen sich Paare über 50, als gäbe es dafür Medaillen. Was ist da los mit unserer Generation?

Anja:
Ich weiß gar nicht, ob man sagen kann, dass das nur unsere Generation betrifft. Ich glaube, das wäre früher ähnlich gewesen, wenn Frauen damals die Möglichkeit gehabt hätten. Heute sind wir in einer ganz anderen Situation. Viele Frauen können sich finanziell selbstständig machen, sich eine eigene Wohnung mieten und unabhängig leben. Früher war das oft nicht möglich. Die Kinder sind heute meist aus dem Haus, während früher oft alle in einem Ort oder auf einem Hof zusammenlebten. Ich glaube, unsere Mütter oder Omas hätten das vielleicht auch gern so gemacht, ihnen fehlten aber oft die finanziellen Möglichkeiten.

Claudia Mattheis:
Du hattest erzählt, dass du dein Buch auch bei einem Treffen von Frauen in deiner Umgebung vorgestellt hast. Gibt es einen Unterschied im Trennungsverhalten zwischen Frauen in der Stadt und in Kleinstädten?

Anja:
Ja, auf jeden Fall. Wer auf dem Land gelebt hat, weiß, wie schnell das Gerede beginnt. Es wird immer geredet, auch wenn man sich nicht trennt. Dieses Hinter-dem-Rücken-Reden kennt man auch aus Hausgemeinschaften in der Stadt, aber je kleiner der Kosmos, desto schneller geht es los. Ich kenne Geschichten aus meiner Heimat: Eine Affäre zwischen zwei verheirateten Nachbarn, alle wussten es, nur die jeweiligen Ehepartner nicht. Irgendwann zog die Frau aus und der Mann war sehr überrascht. Solche Geschichten sind auf dem Land typischer.

Claudia Mattheis:
Du lebst jetzt in einer Kleinstadt, kommst aber aus der Großstadt. Du hast dich nach 32 Jahren Beziehungen getrennt und bist zurück in deine Kleinstadt gezogen.

Anja:
Genau. Ich war zweimal verheiratet, das erste Mal schon mit 21, und war danach durchgehend in Beziehungen. Die zweite dauerte 28 Jahre. Irgendwann hat das für mich nicht mehr funktioniert, aus vielerlei Gründen. Ich habe länger darüber nachgedacht, ob es gut ist, etwas anderes zu probieren, und war eine Weile allein in Nordfriesland. Ich habe gemerkt, wie gut es mir allein geht, wie wohl ich mich fühle und wie wenig anstrengend das ist. Daraus habe ich den Schluss gezogen, dass es für mich die bessere Lösung ist, mich zu trennen. Natürlich trennt man sich nicht von heute auf morgen, aber nach vielen Gesprächen wurde mir klar, dass das der einzige Weg ist. Ich habe mich in den Monaten danach oft einsam gefühlt, aber diese Entscheidung nie bereut.

Claudia Mattheis:
Du bist zurück in deine Heimatstadt gezogen, wo du groß geworden bist. Wie fühlt sich das an, mit über 50 dorthin zurückzukehren, wo das Leben begann?

Anja:
Für mich ist das ein großer Bonus. Ich hatte gleich ein Klassentreffen und habe viele wiedergetroffen, die ich über 40 Jahre kenne. Ein Mann aus meiner alten Clique war ebenfalls getrennt, wir haben viel miteinander unternommen und er ist heute einer meiner besten Freunde. Meine beste Freundin aus Realschulzeiten hatte gerade ihr letztes Kind ausziehen sehen. In diese Lücke konnte ich hineinrutschen und unsere Freundschaft hat sich nahtlos wieder angeschlossen, obwohl wir über 30 Jahre keinen Kontakt hatten. Ich glaube, die Zeit zwischen 14 und 18 ist sehr prägend, die Menschen aus dieser Zeit sitzen tief im Herzen. Außerdem erlebe ich, dass viele aus meiner alten Schulzeit zurückkommen, etwa um sich um pflegebedürftige Eltern zu kümmern oder Häuser zu übernehmen. In meiner Straße wohnen inzwischen fünf frühere Mitschülerinnen und Mitschüler. Egal, wo ich hingehe, ich treffe Leute, die ich kenne. Das ist ein großer Gewinn, wenn man an einen Ort zurückkehrt, an dem man gern aufgewachsen ist.

Claudia Mattheis:
Das entspricht dem Idealzustand, wie viele im Alter leben möchten: in Gemeinschaft, in vertrauter Umgebung, alles Wichtige in der Nähe und gewachsene Kontakte. Aber wenn du so viele Kontakte hast, warum bist du ins Dating eingestiegen?

Anja:
Es gibt auf dem Land den Spruch: Bei einem Blind Date triffst du entweder einen Verwandten oder jemanden, mit dem du schon etwas hattest. Da ist viel dran. Viele sind seit Jahrzehnten verheiratet. Mir fällt bis heute kein einziger Single ein, außer meinem besten Freund. Der ist wie ein Bruder für mich, kein Partner. Irgendwann dachte ich, manches wäre mit einem Partner schöner. Eine Freundin postete ihren Verlobungsring bei Facebook, sie hatte ihren Mann bei Tinder kennengelernt. Da dachte ich, vielleicht ist das gar nicht so doof. Ich probiere es aus.

Claudia Mattheis:
Dein Buch nennst du einen Roman-Ratgeber-Hybriden. Die Chats darin, sind die echt oder fiktional?

Anja:
Die Chats sind echt. Ich habe viele Screenshots gemacht und alles anonymisiert. Aber es passiert wirklich, dass nach „Hallo, schön unser Match, wie war dein Tag?“ gleich die Frage nach der BH-Größe kommt. Deshalb ist mir der Ratgeberteil wichtig. In unserem Alter ist es schwer, neu in das Dating einzusteigen. Früher hat man jemanden getroffen, sich verabredet und geschaut, ob es passt. Heute gibt es Kennenlernphasen, Situationships und viele Begriffe, aber keine Beziehung. Ich erlebe oft, dass das Wort Beziehung bei Männern in unserem Alter ein Alarmsignal auslöst. Viele wollen sich lieber nur unverbindlich treffen. Das ist mir zu wenig. Dann bleibe ich lieber allein.

Claudia Mattheis:
Ketzerische Frage: Was ist in den Jahrzehnten mit den Männern passiert? Es ist ja die gleiche Generation, mit der wir uns früher getroffen haben.

Anja:
Ich glaube nicht, dass mit den Männern etwas kaputtgegangen ist, sondern dass sich Frauen verändert haben. Wir arbeiten seit Jahrzehnten an uns, sprechen mit Freundinnen, suchen bei Bedarf Therapeutinnen und Therapeuten auf, setzen uns im Beruf und privat zur Wehr, reflektieren unser Verhalten. Wir sind klarer darin, was wir wollen. Das ist für mich der entscheidende Punkt.

Claudia Mattheis:
Du schreibst: Dating mit Mitte 50 ist wie baden im Haifischbecken mit blutenden Fingern. Was war dein erster Schockmoment?

Anja:
Mein erstes Match. Wir haben geschrieben, telefoniert und uns verabredet. Ich habe in seiner Stadt ein Hotelzimmer gebucht. Auf dem Weg dorthin schrieb er mir, er habe ein tolles Mittagessen mit einer anderen Frau gehabt, das sei vielversprechend, deshalb löse er unser Match auf. Da habe ich gelernt, dass man parallel schreibt und sich dann das Beste aussucht.

Claudia Mattheis:
Offensichtlich ist man auch auf mehreren Plattformen unterwegs, Parship, Zweisam, Tinder und so weiter.

Anja:
Ich weiß nicht, ob das alle so machen, aber ich habe es irgendwann getan, auch weil ich Unterschiede sehen wollte. Parship und ElitePartner sind teuer, dort sind viele Akademiker unterwegs, die oft jüngere Frauen suchen. Bei Hinge haben mich sehr junge Männer angeschrieben, teilweise jünger als mein Sohn. Es gibt regionale Angebote wie Fischkopf im Norden oder Plattformen wie Zweisam. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Einstiegshürde und je günstiger, desto schwieriger wird es. Bei Fischkopf kann jeder sofort schreiben. Da bekam ich so viele und so schlimme Nachrichten, dass ich den Account sofort wieder gelöscht habe. Man muss für sich entscheiden, was man will und was man aushält. Mit der Zeit wird die Haut dicker und man kann über vieles lachen. Mit Freundinnen überlegen wir uns manchmal passende Antworten. Aber vieles ist wirklich absurd.

Claudia Mattheis:
Hau mal einen raus. Worüber hast du am meisten gelacht?

Anja:
Neulich schrieb einer: Ich möchte dir Schuhe kaufen, ich möchte deine Füße küssen, ich möchte dich zum Essen einladen. Ich habe geantwortet: In dieser Reihenfolge? Klingt ein bisschen merkwürdig. Dann kam das als Sprachnachricht, betont vorgelesen. Das war mir dann zu viel, ich habe das Match gelöscht.

Claudia Mattheis:
Dein Buchtitel nennt Dessous, Dorsch und Desaster. Was hat es mit dem Fisch auf sich? Es scheint einen Zusammenhang zwischen Männern über 50 und Fischfotos zu geben.

Anja:
Die Altersgrenze kann man streichen, das gibt es auch bei Jüngeren. Es gibt viele Männer mit Angelfotos: auf dem Boot mit einem Fisch, am Bach mit Kescher, kleine und große Fische. Ich habe mich gefragt, warum das so ist, und recherchiert. Es ist nicht nur in Deutschland so. Eine Freundin berichtete das auch aus New York. Mein bester Freund, ein Angler, sagte: Angler sind ruhig, geduldig, gelassen. Ich glaube, Frauen sehen vor allem: Da hält einer einen Fisch fest, mit Fingern, mit denen er uns anfassen will. Mein Freund argumentierte mit Jäger-und-Sammler, also Versorgen. Meine Theorie: Viele haben einfach keine anderen Fotos. Vom Angelausflug gibt es eins, darauf sehen sie glücklich aus. Dann nehmen sie das. Manche wissen nicht, dass man Ausschnitte machen kann, oder sie finden es toll. Ich habe auch Fotos gesehen, auf denen jemand hinter einem geschossenen Hirsch kniet. Ein Freund zeigte mir eines von einer Walfang-Szene, jemand stand bis zu den Knien im blutroten Wasser. Da fragt man sich, wen man damit ansprechen will. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Witze über Frauen, hässliche sogar. Man fragt sich, für wen manche ihr Profil machen, für Kumpels oder um wirklich eine Frau kennenzulernen. Viele Männer haben offenbar keine Frau, die sie fragen können, ob ihre Fotos ansprechend sind.

Claudia Mattheis:
Man könnte wohlwollend sagen, sie sind ehrlich und zeigen sich ohne Filter. Was ist daran hinderlich?

Anja:
Dagegen ist nichts zu sagen. Aber es geht darum, sich gut darzustellen. Das ist Marketing für die eigene Person. Man sollte ehrlich schreiben, was wichtig ist und was andere interessieren oder abschrecken könnte. Und bei der Optik: keine Filter nötig, aber eine Umgebung, die nicht ablenkt. Es gibt viele Fahrstuhlfotos, Fitnessstudio-Bilder oder Spiegelselfies mit aufgeklappter Toilettenbrille oder Wäscheständer im Hintergrund. Man könnte sich auch einfach vor einen Baum stellen. Frauen achten auf Details im Hintergrund, auf Fotos und Regale. Daran denken viele Männer nicht. Und ja, manchmal tut es mir leid, denn dahinter steckt immer ein Schicksal.

Claudia Mattheis:
Sagt das auch etwas darüber aus, wie Männer suchen? Unvorbereitet oder ohne klare Vorstellungen?

Anja:
Viele wissen nicht, was sie wollen. Es sind auch Ehemänner unterwegs, die nur Unterhaltung suchen oder ihren Marktwert checken. Viele Profile ohne Foto sagen „aus beruflichen Gründen kein Bild“. Möglich, aber schwierig. Ich würde kein Profil ohne Foto liken. Vielleicht kenne ich den Mann schon und möchte ihn nicht auf dieser Plattform treffen. Ich glaube, Frauen haben Netzwerke, in denen man so etwas bespricht. Männer finden es vor Kumpels peinlich oder haben eher Kumpels als echte Freunde, die man fragen könnte.

Claudia Mattheis:
Und in der Matching-Situation? Männer müssen aus der Komfortzone, wissen oft nicht, was sie schreiben sollen.

Anja:
Genau. Es gibt viele „Hey“ als Einstieg. Dann am nächsten Tag „Hallo“. Das wird kein aufregendes Gespräch. Man kann ehrlich schreiben: Ich bin hier nicht talentiert im Schreiben. Es gibt Vorlagen, man kann sich Inspiration holen. Und man kann überlegen, worüber man im Alltag spricht. Wenn es mehrfach Matches gibt und nichts passiert, könnte es an der Kommunikation liegen.

Claudia Mattheis:
Achtest du auch besonders auf Rechtschreibung?

Anja:
Ja, natürlich. Es gibt Apps wie Bumble, da kann man über die App telefonieren, ohne die eigene Nummer rauszugeben. Das ist gut. Im besten Fall verabredet man sich. Manche schreiben erst viel, andere treffen sich schnell. Ich bin ein Freund davon, sich zügig zu treffen, weil man beim langen Schreiben zu viel hineininterpretiert. Gegenübersitzen ist der beste Weg zu sehen, ob etwas funktionieren kann.

Claudia Mattheis:
Auch um zu prüfen, ob Alter, Größe und Aussehen stimmen. In deinem Roman wird klar, dass es nicht immer besser wird, wenn man sich sieht.

Anja:
Das Größenthema kennen alle. Viele schreiben 1,80 oder größer. Ich bin 1,61. Nach mehreren Begegnungen mit offensichtlich kleineren Männern dachte ich, ich sei vielleicht größer als gedacht. Ich habe nachgemessen und festgestellt, ich bin sogar noch kleiner. Ein Freund traf einmal jemanden, dessen Fotos 20 Jahre alt waren. Der Abend war toll, aber er sagte direkt danach, dass er sie nicht wiedersehen könne, weil sie ihn so belogen habe. Man kann doch nicht mit jemandem anfangen, der nicht die Ehrlichkeit hat zu sagen, wie groß er ist. Wer 1,70 ist und meint, weniger Matches zu bekommen, kann das meinetwegen ins Profil schreiben, sollte es aber spätestens beim Schreiben klarstellen. Ehrlichkeit klärt vieles.

Claudia Mattheis:
Sind Frauen ehrlicher?

Anja:
Schwer zu sagen, ich sehe ja nur Männerprofile. Was ich höre: Auch Frauenprofile können problematisch sein, etwa nur Fotos mit Sonnenbrille oder aus großer Entfernung. Niemand ist perfekt.

Claudia Mattheis:
Du schreibst über verletzende Erlebnisse, plötzliche Funkstille, sexuelle Übergriffigkeit und Doppelleben. Wie kommt man emotional unbeschadet durch?

Anja:
Ich bin lebensbejahend und halte viel aus. Am Anfang hatte ich die Sorge, zu verhärten. Man ist zwischendurch datingmüde. Klar ist es verletzend, wenn man ein schönes Date hatte, abends noch gute Nacht schreibt und morgens ist alles gelöscht. Oft ist man nicht die Einzige. Ich hatte jemanden, den ich mehrere Monate traf, wir wollten ein Wochenende wegfahren. Als ich schon in der Stadt war, sagte er ab und tauchte ab. Später meldete er sich wieder. Viele sind sich der Wirkung ihres Verhaltens gar nicht bewusst. Manche denken, das geht schon klar, und kommen zurück, wenn sie merken, es gibt nichts Besseres.

Claudia Mattheis:
Und das Thema Sicherheit? Man begibt sich ja auch in Gefahr.

Anja:
Man sollte vorsichtig sein. Beim ersten Date nicht zu jemandem nach Hause gehen. Richtig übergriffig wurde mir gegenüber niemand. Aber es gibt grenzüberschreitende Nachrichten und Sprachnachrichten, in denen intime Details ungefragt ausgebreitet werden. Da denke ich, bezahle doch eine Professionelle, wenn es nur darum geht. Für ein Kennenlernen gehört das nicht dahin. Und ja, körperlich ist man im Zweifel die schwächere Person.

Claudia Mattheis:
Am Ende deines Buchs gibt es ein Glossar. Warum war dir das wichtig?

Anja:
Weil ich viele Begriffe nicht kannte. Ein Profil zeigte einmal eine Fürst-Pückler-Eispackung, das Vanille war durchgestrichen. Ich dachte erst an Eis. Eine Freundin erklärte mir, dass Vanilla für Blümchensex steht. Durchgestrichen heißt, das will er nicht. Solche Hinweise hätte ich gern früher gewusst. 420 steht für Kiffen, Netflix and chill heißt nicht Serien gucken, sondern Fummeln, gern mit Fernseher im Hintergrund. So ein Glossar hilft beim Einordnen.

Claudia Mattheis:
Haben erfolgreiche Frauen es schwerer beim Daten?

Anja:
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich glaube ja. Manche Männer haben Probleme, wenn eine Frau mehr verdient, schlagfertig ist oder in der Öffentlichkeit steht. Ich merke, dass sich Gespräche verändern, wenn jemand checkt, dass es eine Wikipedia-Seite über mich gibt. Es gibt aber auch neue Konzepte, etwa die App Cherish. Frauen stellen Männer vor, die man erst nach und nach sieht und hört. Das finde ich toll. Männer geben sich Mühe zu erklären, warum es ihnen nichts ausmacht, wenn die Frau mehr verdient. Ich wünsche den Erfinderinnen Erfolg.

Claudia Mattheis:
Das wünsche ich mir auch. Der Ansatz zeigt, dass Männer und Frauen da oft unterschiedlich ticken.

Anja:
Mir ist egal, was jemand verdient oder welchen Beruf er hat. Wichtig ist, dass man sich unterhalten kann, eine Ebene findet und sich versteht. Das hat mit dem Menschen zu tun, nicht mit dem Kontostand.

Claudia Mattheis:
Frauen spannen eher soziale Netze und kommen damit im Alter oft besser klar. Was rätst du Männern gegen Einsamkeit?

Anja:
Sucht euch Freunde und fangt früh an. Man kann überall Menschen kennenlernen. Sprich jemanden im Café an, setz dich im Restaurant dazu, wenn Platz ist. Ich bin im ersten Singlejahr allein in einen Cluburlaub gefahren und habe drei tolle Frauen kennengelernt. Es gibt Apps wie MeetFive, Vereine, Sportarten. Ich habe auch viele Paare im Freundeskreis, bei denen ich mich nie wie das dritte Rad fühle. Ich sage: Banden fürs Alter bilden, am besten mehrere für verschiedene Interessen.

Claudia Mattheis:
Gemeinsamkeit schützt vor Vereinsamung. Noch mal zum Dating: In deinem Buch löscht die Romanheldin alle Apps. Hast du das auch gemacht oder datest du noch?

Anja:
Ich habe die Apps zwischendurch immer wieder gelöscht. Im Moment habe ich sie, aber ich date nicht. Vielleicht treffe ich jemanden außerhalb der Apps, vielleicht nicht. Ich bin zufrieden. Ich habe einen tollen Freundeskreis und seit Kurzem einen Patenhund. Wenn es passieren soll, passiert es. Vielleicht schaue ich irgendwann wieder rein, vielleicht auch nicht.

Claudia Mattheis:
Hundebesitzerinnen sagen, Hunde sind die besten Türöffner. Man kennt sich oft nur über die Namen der Hunde.

Anja:
Genau. Man lernt ständig Menschen kennen.

Claudia Mattheis:
Zum Schluss, liebe Anja, meine Lieblingsfrage: Wie möchtest du in Zukunft leben und wohnen?

Anja:
Ich möchte in einem Umfeld wohnen, in dem Freunde nie weiter als 500 Meter entfernt sind. In einer Gemeinschaft, wie ich sie jetzt habe, mit Nachbarinnen und Nachbarn unterschiedlichen Alters, die sich kennen und grüßen. In einem Ort, in dem ich samstags auf den Markt gehen kann und mehrere Leute treffe, die ich kenne. Ich möchte Menschen um mich haben, mit denen ich mich unterhalten kann und die da sind, wenn ich mal keine Lust auf Alleinsein habe. Das finde ich sehr schön.

Claudia Mattheis:
Das klingt nach einem erfüllten Leben, unabhängig vom Alter. Liebe Anja, herzlichen Dank für das Gespräch. Ich werde das Buch zu Ende lesen, es ist als Buchtipp auf LIVVING.de verlinkt und eine klare Leseempfehlung, egal ob man datet oder nicht. Für mich war es ein wunderbarer Blick in eine unbekannte Welt, fast wie eine kleine Sozialstudie.

Anja:
Danke schön.

Claudia Mattheis:
Vielen Dank für das Gespräch mit dir.

Anja:
Danke für die Einladung.

Claudia Mattheis

Frau mit schulterlangem gelocktem braunem Haar, die einen dunklen Blazer und eine silberne Halskette trägt und in die Kamera lächelt.

Claudia Mattheis (Jahrgang 1966) bringt mit 30 Jahren Führungserfahrung als Geschäftsführerin einer Werbeagentur und Chefredakteurin von Print- und Online-Medien strategische Expertise und ein starkes Netzwerk mit. Diese Kombination bildet das Fundament für ihre Mission: LIVVING.de zur führenden deutschsprachigen Plattform für Wohnen & Leben 50plus zu entwickeln. Ihre Leidenschaft für zielgruppengerechte Kommunikation verbindet sie mit einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse der Generation 50plus. Als versierte Netzwerkerin schafft sie Verbindungen zwischen Partnern, die gemeinsam die Lebenswelt einer wachsenden demografischen Gruppe neu denken wollen. Mit ihrem Mann Siegbert Mattheis lebt sie in Berlin-Prenzlauer Berg.

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Interview mit Christine Erlach: Wie negative Glaubenssätze unser Leben im Alter prägen


Warum „Ich bin zu alt dafür“ nur eine Erzählung ist und wie wir unser Denken aktiv ändern können.

Interview mit Dr. Bettina Horster: Wie digitale Helfer das Leben im Alter erleichtern!

Vom digitalen Notruf bis zur sozialen Teilhabe: So können intelligente Systeme Senior:innen unterstützen und Angehörige entlasten.

Interview mit Christina Kainz: Hybrides Wohnmodell als Co-Living im Alter

Wie das Beste aus Hotel, Wohnen, Aktivität, Pflege und Service in einem wunderschönen Industriedenkmal in Gronau kombiniert wurde.

Interview mit Sebastian Brüning: Der Architekt, der Barrieren überwindet

Von Seniorenwohnungen bis Mehrgenerationenhäuser – wie Architektur verbindet. Über architektonische Herausforderungen und ästhetische Lösungen für das Wohnen im Alter.