Was passiert in der Eltern-Kind-Beziehung, wenn die Eltern älter werden? Wann beginnt der Prozess der Veränderung? Ein Erfahrungsbericht.
Unsere Eltern sind unser allererster Bezugspunkt im Leben. Sie sind die Autoritätspersonen, denen wir zunächst alles glauben und denen wir nacheifern. Dann aber gibt es Brüche, Momente, in denen wir anfangen, an ihren Anordnungen, Gewissheiten oder Fähigkeiten leise zu zweifeln.
Wann beginnen erste Zweifel an der Autorität der Eltern?
Bei mir war es der Moment, als mich mein Vater im Alter von 5 Jahren einmal ins Bett brachte und ich niesen musste. „Du musst dir die Hand vor den Mund halten, wenn du niesen musst, damit du nicht andere Menschen ansteckst!“, meinte er liebevoll zu mir. Ich überlegte. „Und wenn es keine anderen Menschen gäbe, müsste ich das dann auch?“, fragte ich zurück. „Ja!“, sagte er. Da begann ich, das erste Mal an seiner Autorität zu zweifeln.
Als Jugendliche hinterfragen wir immer stärker, suchen nach unseren eigenen Wahrheiten. Aber bis zu einem Alter von etwa 45 oder 50 Jahren bleiben unsere Eltern, unsere Erzeuger oder unserer bisherigen Autoritätspersonen immer noch vorrangig diejenigen, die für uns sorgen, die uns Hilfe bieten oder uns anderweitig unterstützen.
Wann verändert sich das Verhältnis zu den Eltern?
Dann jedoch beginnt die Beziehung ganz langsam zu kippen. Oft um deren 70sten Geburtstag herum oder etwas später. Es beginnt vielleicht damit, dass wir beim Ausfüllen eines Formulars helfen oder wir ihnen erklären, wie Influencer:innen ihr Geld verdienen.
Dann bemerken wir plötzlich, dass sie nicht mehr ganz so sportlich wie früher Treppen hochsteigen, sondern vielleicht öfter eine Pause brauchen. Die Eltern werden gebrechlicher, langsamer und verstehen vieles auch nicht (mehr).
Partner-Promotion *
Stylishe faltbare Premium Rollatoren von Saljol
Sie sind sicher und elegant unterwegs, unterstützt durch beste Technik und Materialien. Mit Rabattcode SaljolLivving5 gibt es 5% Rabatt ab 50 Euro Bestellwert!
Schön designte waschbare Unterwäsche von TENA bei Inkontinenz
Waschbare Unterwäsche von TENA für Damen und Herren zur Unterstützung bei Blasenschwäche. Mit Sicherheit, Komfort und Stil sowie unsichtbar integriertem Schutz.
Smartes Notrufarmband M-GUARD PRO
M-GUARD PRO Notrufarmband für ältere Erwachsene mit integriertem Notrufknopf, GPS-Ortungsfunktion, Telefonfunktion und integriertem Sturzsensor.
Treppenlifte von Lifta für mehr Lebensqualität & Unabhängigkeit
Vom Sitzlift für Treppen bis zum Plattformlift für Rollstuhlfahrer. Kostenlose Zuschuss-Beratung. 3 Jahre Garantie. Rundum-Betreuung auch nach Einbau.
Eltern bieten Stabilität
Das ist oft ein schmerzhafter Moment. Denn bisher sahen wir in unseren Eltern (zumindest viele von uns) einen Ausdruck für Stabilität. Eine Zuflucht, wo wir einfach wir selbst, wieder Kind sein konnten, in einer Welt, die uns viel, manchmal zu viel abverlangte. Mit den Problemen der eigenen Kinder, mit dem Partner, mit uns selbst oder den Anforderungen des Jobs und der Umwelt.
Und dann wachsen wir allmählich selbst in die Rolle, unseren Eltern diese Stabilität zu geben. In einer Welt, die für sie zunehmend unsicherer zu werden scheint. In der wir für sie der Anker werden, die Stütze, auf die sie vertrauen, deren Rat sie befolgen.
Wie bringt man Eltern dazu, sich mit dem Älterwerden auseinanderzusetzen?
Durch behutsame kleine Schritte. Wenn man spürt, dass sie selbst merken, dass vieles nicht mehr so geht wie früher, dann ist ein guter Zeitpunkt, das Thema anzuschneiden. Denn wie bringt man den 78-jährigen Vater dazu, aufs Autofahren zu verzichten? Das lieb gewordene Auto gar zu verkaufen? Einen Rollator als Hilfsmittel und nicht als Zeichen fürs Altsein anzunehmen?
Man muss vorsichtig mit dem Thema umgehen, um Konflikte und Abwehrhaltungen zu vermeiden. Gerade Männer haben große Schwierigkeiten damit, vom Selbstbild des Machers, des Weltenerklärers und des Ratgebers Abschied zu nehmen.
Geholfen hatte dabei, dass er seine Unsicherheit selbst bemerkt hatte, als er beinahe eine Fahrradfahrerin beim Abbiegen übersehen hatte. Was auch half, war, dass wir ihm Alternativen aufzeigten, zum Beispiel ein robustes Elektrofahrrad, um seine Mobilität aufrechtzuerhalten.
Buchtipps zum Thema *
Welche Konflikte können zwischen Geschwistern entstehen?
Zwischen mir und meinen Geschwistern kam es manchmal zu Konflikten über die unterschiedliche Häufigkeit und Intensität des Kümmerns. Einige (wir sind jetzt noch 7 Geschwister) von uns lebten 600 km weit weg, während andere vor Ort waren. Einige kümmerten sich mehr um technische Hilfsmittel wie Sturzmelder, andere ums Einkaufen oder ums “Einfachnurdasein”.
Nach dem Tod meiner Mutter im Alter von 88 Jahren dauerten einzelne Verbitterungen und Enttäuschungen zwischen uns an. Doch nach etwa ein, zwei Jahren hatte sich das gelegt und wir können uns wieder unbefangen treffen.
Wie lange dauert die Phase des Übergangs?
Glücklicherweise geschieht dieser Übergang sehr langsam, manchmal bis zur Pflege der Eltern, meist innerhalb von vielen Jahren, sodass man sich allmählich daran gewöhnen kann. Dennoch kostet es Überwindung, die eigene Mutter zu waschen oder den Hintern abzuwischen. Aber man schafft es!
Denn ab einem gewissen Punkt geht es nur um Menschlichkeit und Zuneigung.
Siegbert Mattheis
Schuldgefühle gegenüber den Eltern?
Buchtipp: Wenn die Eltern plötzlich alt sind
Buchtipp: Papa stirbt, Mama auch
Studie: Mehrheit der Deutschen offen für alternative Wohnformen
Buchtipp: Freunde machen gesund
Trendstudie Wohnen in der Gemeinschaft: 82 Prozent wollen im Alter in einer WG wohnen
Filmtipp SWR Roomtour: Neue Wohnformen für Alt & Jung von Tiny House bis Mehrgenerationen-Villa
Neue Wohnformen für Alt & Jung von Tiny House bis Mehrgenerationen-Villa









































































































